Run auf Impfstoff im Bezirk Eisenstadt. Andrang zur Covid-Impfung in Pflegeheimen bei Senioren groß; Mitarbeiter erst skeptisch, doch Impfwille steigt.

Von Sigrid Janisch und Markus Wagentristl. Erstellt am 21. Januar 2021 (04:34)
Impfstart. Die erste Bewohnerin, die im SeneCura Sozialzentrum Rust geimpft wurde, ist Agnes Hanifl. Viele taten es ihr gleich.
zVgSeneCura

Rund 100 Senioren leben im Eisenstädter Haus St. Martin der Caritas Burgenland. Sie sind gut durch die Pandemie gekommen, die Impfbereitschaft ist dennoch sehr hoch: 83 Prozent der Bewohner nahmen an der Impfaktion teil. Das sind eigentlich so gut wie alle, erklärte die Caritas auf Nachfrage der BVZ, weil einige Senioren aufgrund ihrer Medikamente oder Erkrankungen nicht geimpft werden können. Beim Pflegepersonal herrschte zuerst Impf-Skepsis. Seit dem Beginn der Impfaktion steigt die Impfbereitschaft aber auch hier, schon 52 Prozent ließen sich impfen.

Keine Angst. Dr. Herbert Weltler rät den Burgenländern, impfen zu gehen.
zVgWeltler

Für den Eisenstädter Arzt Herbert Weltler ist das eine nachvollziehbare Reaktion: „Es gibt Ängste bei uns in der Bevölkerung, was die Impfung betrifft. Aber Ängste sind immer etwas Irrationales, wie die Angst vor Haien beim Schwimmen im Mittelmeer. Aber es ist nun einmal wesentlich wahrscheinlicher, zu Hause in Österreich von einer Kuh auf der Alm getötet zu werden.“ Wenn die Menschen also erkennen, dass die Impfung der statistische Hai, das Corona-Virus aber die Kuh ist, dann steigt die Impfbereitschaft. Das bestätigt auch ein Blick in weitere Pflegeheime.

Impfbereitschaft steigt auch im Bezirk

Auch im Pflegekompetenzzentrum Siegendorf des Samariter Bundes gab es einen erfolgreichen Impfstart in der vergangenen Woche, wie Wohnbereichsleiterin Hanna Olbrich bestätigt. Organisation und Ablauf der Impfaktion haben sehr gut funktioniert, erklärt sie. Auch hier steige die Impfbereitschaft der Mitarbeiter an. Karl Schiessl, Landesgeschäftsführer des Hilfswerks, ist auch zufrieden: „Die Lieferung des Impfstoffs hat gut funktioniert.“ Am Freitag habe man im Pflegeheim in Purbach mit dem Impfen gestartet. „Jetzt wird in den Heimen in Draßmarkt, Lockenhaus und Eisenstadt das Impfen fortgesetzt“, so Schiessl. Olbrich und Schiessl bestätigen, dass es keine Nebenwirkungen bei den Geimpften gegeben habe. Voraussichtlich erhalten die Geimpften Anfang Februar die zweite Impfung.

„Der mRNA-Impfstoff wird zukünftig auch in Krebstherapien zum Einsatz kommen.“ Dr. Herbert Weltler hat Vertrauen in die Impfung.

Auch im Ruster Senecura Sozialzentrum war Impfstart, Ärztekammer-Vizepräsident Michael Schriefl impfte insgesamt 69 Bewohner und 23 Mitarbeiter. „Mir war von Anfang an klar, dass ich mich sofort impfen lasse“, bewies Silvia Schindler vom SeneCura-Team vollstes Vertrauen in die Medizin.

Der Run auf die Impfung hält an: Die Landes-Impfhotline lief heiß – bishin zur Überlastung, wie der BVZ berichtet wurde.