Bezirk Eisenstadt: Europa-Kandidatenin der Schule. Kandidaten für die EU-Wahl diskutierten vor 280 Schülern über Europapolitik im Burgenland.

Von Jessica Samwald und Nina Sorger. Erstellt am 01. Mai 2019 (04:10)
Jessica Samwald
Parteien. BVZ Redaktionsleiterin und Moderatorin Nina Sorger, Konstantin Langhans (FPÖ), Direktorin der BHAK/HAS Johanna Dorner-Resch, Christian Sagartz (ÖVP), Michel Reimon (Grüne), Lejla Visnjic (SPÖ) und Eduard Posch (NEOS) bei der Schülerdiskussion.

Bei der EU-Wahl am 26. Mai bewerben sich auch einige Burgenländer um ein Ticket nach Brüssel. SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und NEOS schicken Kandidaten aus dem Burgenland ins Rennen um das EU-Parlament. Vertreter aller fünf Parteien haben vergangene Woche an einer Diskussion über Europa vor rund 280 Schülern – es handelte sich um alle Wahlberechtigten aus der BHAK/HAS und des Theresianums – in Eisenstadt teilgenommen.

Jessica Samwald
Interessiert. Die Schüler der Schulen BHAK/HAS und des Theresianums hörten den Kandidaten gespannt zu.

Am Podium stellten sich SJ-Landesobfrau Lejla Visnjic (SPÖ), ÖVP-Klubobmann Christian Sagartz, der auf Platz sieben kandidiert, Konstantin Langhans (FPÖ), Eduard Posch (NEOS) und EU-Abgeordneter Michel Reimon (Grüne) den Fragen von BVZ-Eisenstadt-Leiterin Nina Sorger, die durch die Diskussion führte.

Themen wie Klimaschutz, Jugendarbeitslosigkeit und Jugendförderungen wurden ebenso behandelt, wie anlassbezogen, der Brexit, Grenzkontrollen und Datenschutz im Internet.

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Klimaschutz. Viktoria Zell stellte ihre Frage zu den Themen Umweltschutz und Großkonzerne. Fotos: Jessica Samwald

Die Frage, was die Europäische Union dem Burgenland bringt, zog sich als roter Faden durch die Debatte. SPÖ-Vertreterin Lejla Visnjic verweist in Zusammenhang damit, darauf, dass die Union schon sehr lange das Burgenland als erste Priorität sieht, und dass es „wohl keinen Tag gibt, an dem die Burgenländer nicht mindestens an einem von der EU geförderten Projekt vorbeigehen“.

Im Hinblick auf Klimaschutz und Verkehr sieht ÖVP-Klubobmann Christian Sagartz Chancen in einer Verbindung mit ungarischen Verkehrsstrukturen, da entlang der Grenzen zu Ungarn „viele Verkehrsstränge laufen, die überhaupt nicht genutzt werden“.

Konstantin Langhans (FPÖ) sprach sich einmal mehr für Grenzkontrollen aus, „solange der EU-Außenschutz nicht funktioniert.“ Der Kandidat der Grünen, Michel Reimon, fordert zum Thema Klimaerwärmung „eine gemeinsame europäische Regelung, dass der Flugverkehr massiv reduziert wird und die Bahnen ausgebaut werden.“

NEOS-Kandidat Eduard Posch sprach sich in seinem Statement gar für die Schaffung von „Vereinigten Staaten von Europa“ aus.

Was den Schülern unter den Nägeln brennt

Im Anschluss an die Diskussion sind die Schüler zu Wort gekommen. Hier zeigte sich, dass sich die Schüler im Bezirk für verschiedenste Aspekte der Europapolitik interessieren.
Im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Flüchtlingspolitik wollte ein Schüler wissen, wo die Politiker Schwierigkeiten für die EU sehen, als geschlossene Union aufzutreten.

Bezüglich des Brexit fragte eine Schülerin: „Es wird immer nur über die Folgen von Großbritannien geredet, aber gibt es ebenso Folgen für die EU oder für Österreich?“ Aber auch das derzeit diskutierte digitale Vermummungsverbot und die EU-Urheberrechtsreform standen auf der Liste der Schülerfragen, denen sich die Kandidaten ausführlich stellten.