Ist A3-Bau zu stoppen?. Bei einem Bürgergespräch diskutierten die Siegendorfer über einen möglichen A3-Ausbau.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 05. November 2019 (18:08)
BVZ
Bürgergespräch. Die meisten anwesenden Siegendorfer waren gegen einen Ausbau der A3, rechnen aber trotzdem damit, dass er kommt.

Die Wogen gingen hoch, als sich am vergangenen Mittwoch die Siegendorfer zu einem Diskussionsabend über das Reizthema A3-Ausbau trafen. Florian Schober von der ÖVP-Siegendorf hatte eingeladen, er versprach die Anliegen der Anwesenden in den Gemeinderat und Landtag einzubringen. Schober plädierte für einen Ausbau des Schienen- statt Autobahn-Netzes: „20 Millionen Euro wären notwendig, damit ein Schnellzug nach Wien geht, aber 250 damit der Transitverkehr an Siegendorf vorbeifährt.“

Die Befürchtungen der knapp 50 Anwesenden brachte ein Anwesender lautstark auf den Punkt: „Im Großraum Sopron wohnen 80.000 Leute. Wenn die eine Autobahn nach Wien wollen, dann werden die 8.000 Siegendorfer, Klingenbacher und St. Margarethener den Bau nicht aufhalten können.“

Ist der A3-Ausbau noch aufzuhalten?

Die Bürgerninitiative gegen den A3-Ausbau „BIG A3“ war ebenfalls dabei. Für sie schafft der A3-Ausbau eine „massive Verlagerung des LKW Schwerverkehrs von der A4 auf die A3“. Es brauche stattdessen ein länderübergreifendes Konzept mit Schwerpunkt Schienenverkehr.

Auf Nachfrage der BVZ heißt es dazu aus dem Büro von Verkehrslandesrat Heinrich Dorner: „Es gibt kein Drüberfahren – wenn nur eine Gemeinde dagegen ist, ist ein Ausbau der A3 kein Thema.“ Kann das kleine Burgenland so ein Großprojekt überhaupt stoppen? „Grundsätzlich wird bei Verkehrsprojekten dieser Dimension nicht über den Kopf eines Bundeslandes entschieden, sondern nur in Abstimmung zwischen Bund und Ländern.“ Dorner spielt den Ball zurück an die ÖVP, diese könne „ihre Wünsche an den eigenen Bundeskanzler richten, der voraussichtlich wieder Sebastian Kurz heißen wird.