Müllendorfer Industriegebiet wächst

Eine Hamburger Immobiliengesellschaft hat eine 63.000 Quadratmeter große Fläche neben dem LIDL-Logistikzentrum erstanden, die Hälfte davon soll eine Halle einnehmen.

Erstellt am 04. Februar 2021 | 05:12
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Geplant ist eine 31.500 Quadratmeter große Logistik-Immobilie. Unten. Die Grünfläche (Foto unten) muss für der Halle weichen
Foto: zVg/google maps

Das Industriegebiet wächst und wächst: Die Hamburger Immobilienentwicklungs-Firma „Garbe Industrial Real Estate“ plant eine 31.500 Quadratmeter große Logistikimmobilie.

Die norddeutschen „Projektentwickler“ erstanden dafür ein 63.000 Quadratmeter großes Grundstück im Businesspark Müllendorf. Auf der unverbauten Grünfläche zwischen LIDL und Kolarz soll eine 31.500 Quadratmeter große Halle entstehen. Dazu gehören etwa 1.500 Quadratmeter für Büros und 30 Toren für Waren-Annahme und Ablieferung. Die Betreiber greifen mit einem Projektvolumen von 28 Millionen dafür tief in die Tasche.

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2021-02-04 05:12:00

„Den Ausschlag für die Standortentscheidung im Burgenland gab unter anderem die Nähe zu den Ballungsräumen Wien, Budapest und Bratislava“, hofft das Unternehmen auf kurze Lieferwege und viele verfügbare Arbeitskräfte. „Die Nachfrage nach Logistikflächen im Dreiländereck Österreich, Ungarn, Slowakei ist hoch“, schildert Jan Dietrich Hempel, Geschäftsführer von Garbe Industrial Real Estate, seine Motivation, „die Immobilie weitgehend spekulativ zu entwickeln.“ Die Firma nutzt die Halle nicht selbst. Das Logistikzentrum soll über Mieteinnahmen für die Betreiber Profit bringen. Das Konzept betreibt die Firma weltweit auf 4,4 Millionen Quadratmetern mit Immobilien im Wert von 3,5 Milliarden Euro. Die Fläche selbst ist schon seit längerem „optioniert“, als Industrie-Standort vorgesehen und umgewidmet.

Kritik der Grünen an Bodenversiegelung

Bedenken äußerten postwendend die Grünen Burgenland. „Die Wirtschaft und die Landesregierung aber auch die Bürgermeister müssen endlich Rücksicht auf Natur und Lebensmittelerzeugung nehmen“, fordert Landtagsabgeordneter und Naturschutzsprecher Wolfgang Spitzmüller. Täglich verliere das Land zwei bis drei Fussballfelder an unversiegeltem Boden.

Spitzmüller spricht auch einen wunden Punkt der Müllendorfer an: „Besonders absurd ist es in Müllendorf, wo der riesige Lidl gerade absiedelt.“ Schon länger wird in der Gemeinde befürchtet, die Halle werde zur Industrie-Ruine. In Österreich stehen rund 13.000 Hektar bebaute Industrieflächen leer, wie auch die Grünen anmerken.

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Plan. Zwischen LIDL und Kolarz wird eine 31.500 Quadratmeter große Halle um 28 Millionen Euro errichtet.
Businessparks Burgenland

Allerdings gibt es beim Abzug von LIDL aus dem Businesspark an der A3 noch kaum Informationen zum Zeitplan. „Wir wissen nicht, wann das Logistikzentrum geschlossen wird“, erklärt Amtsleiter Wilhelm Matkovits. Eine Übernahme der Halle, die im Laufe des Jahres schließen soll, sei nicht möglich gewesen: „Nachdem LIDL sich noch nicht deklariert hat, wann und wie der Auszug abläuft, war das keine Option“, so Matikovits.

Von LIDL gab es trotz mehrer Nachfragen bis zu Redaktionsschluss keine Stellungnahme.

Das Industriegebiet wächst und wächst: Die Hamburger Immobilienentwicklungs-Firma „Garbe Industrial Real Estate“ plant eine 31.500 Quadratmeter große Logistikimmobilie.

Die norddeutschen „Projektentwickler“ erstanden dafür ein 63.000 Quadratmeter großes Grundstück im Businesspark Müllendorf. Auf der unverbauten Grünfläche zwischen LIDL und Kolarz soll eine 31.500 Quadratmeter große Halle entstehen. Dazu gehören etwa 1.500 Quadratmeter für Büros und 30 Toren für Waren-Annahme und Ablieferung. Die Betreiber greifen mit einem Projektvolumen von 28 Millionen dafür tief in die Tasche.

„Den Ausschlag für die Standortentscheidung im Burgenland gab unter anderem die Nähe zu den Ballungsräumen Wien, Budapest und Bratislava“, hofft das Unternehmen auf kurze Lieferwege und viele verfügbare Arbeitskräfte. „Die Nachfrage nach Logistikflächen im Dreiländereck Österreich, Ungarn, Slowakei ist hoch“, schildert Jan Dietrich Hempel, Geschäftsführer von Garbe Industrial Real Estate, seine Motivation, „die Immobilie weitgehend spekulativ zu entwickeln.“ Die Firma nutzt die Halle nicht selbst. Das Logistikzentrum soll über Mieteinnahmen für die Betreiber Profit bringen. Das Konzept betreibt die Firma weltweit auf 4,4 Millionen Quadratmetern mit Immobilien im Wert von 3,5 Milliarden Euro. Die Fläche selbst ist schon seit längerem „optioniert“, als Industrie-Standort vorgesehen und umgewidmet.

Kritik der Grünen an Bodenversiegelung

Bedenken äußerten postwendend die Grünen Burgenland. „Die Wirtschaft und die Landesregierung aber auch die Bürgermeister müssen endlich Rücksicht auf Natur und Lebensmittelerzeugung nehmen“, fordert Landtagsabgeordneter und Naturschutzsprecher Wolfgang Spitzmüller. Täglich verliere das Land zwei bis drei Fussballfelder an unversiegeltem Boden.

Spitzmüller spricht auch einen wunden Punkt der Müllendorfer an: „Besonders absurd ist es in Müllendorf, wo der riesige Lidl gerade absiedelt.“ Schon länger wird in der Gemeinde befürchtet, die Halle werde zur Industrie-Ruine. In Österreich stehen rund 13.000 Hektar bebaute Industrieflächen leer, wie auch die Grünen anmerken.

Allerdings gibt es beim Abzug von LIDL aus dem Businesspark an der A3 noch kaum Informationen zum Zeitplan. „Wir wissen nicht, wann das Logistikzentrum geschlossen wird“, erklärt Amtsleiter Wilhelm Matkovits. Eine Übernahme der Halle, die im Laufe des Jahres schließen soll, sei nicht möglich gewesen: „Nachdem LIDL sich noch nicht deklariert hat, wann und wie der Auszug abläuft, war das keine Option“, so Matikovits.

Von LIDL gab es trotz mehrer Nachfragen bis zu Redaktionsschluss keine Stellungnahme.

Mehr dazu in der nächsten Ausgabe der BVZ.