Aufregung um Pacht am Steinbrunner See. Höhere Pacht bei geringerer Laufzeit – das regt derzeit die Seepächter am Steinbrunner See auf.

Von Doris Fischer. Erstellt am 24. Oktober 2019 (05:08)
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Beliebt, aber bald schon teurer. Für die Pächter und Mieter am Steinbrunner See brechen 2021 härtere Zeiten an. Die Pacht wird ums Vierfache erhöht und die Laufzeit auf zehn Jahre verkürzt.
BVZ

Die Bewohner der Seesiedlung Steinbrunn blicken verängstigt in die Zukunft: 2021 soll die Miete beziehungsweise die Pacht drastisch erhöht werden. So sollen die Mieter auf den Gemeindegründen, das sind alljene Grundstücke auf der rechten Seite der Steinbrunner Seestraße von Steinbrunn kommend und die rechte Seite der Ahorngasse, statt der bisherigen 1,25 Euro pro Quadratmeter 2,90 Euro pro Quadratmeter pro Jahr bezahlen.

Noch drastischer, so in einem anonymen Schreiben, das der BVZ vorliegt, soll es bei den Grundstücken der Privateigentümer (alle Anwohner der linken Seite) sein: Die 14 Grundstücke zu je einem Hektar sind im Besitz von 19 privaten Personen. Für jedes Grundstück wird im Moment 5.000 Euro pro Jahr an Pachtzins an die Grundbesitzer ausbezahlt. In dem Schreiben heißt es, dass ab 1. Jänner 2021 pro Grundstück 20.000 Euro pro Jahr bezahlt werden muss. „Das ist das Vierfache. Ein Wahnsinn“, fasst es eine Seebewohnerin zusammen.

„Das ist sozial unverträglich“, merkt Martina Bruckner von der Liste Steinbrunn Pächter an und ergänzt: „Nicht nur die finanzielle Belastung, sondern auch die Mietdauer sorgen für Angst und Schrecken.“ In den neuen Verträgen wird von einer Pachtdauer von zehn Jahren gesprochen. „Ein Wahnsinn für Jungfamilien. Sie können sich hier keine Existenz aufbauen. Denn, was ist nach zehn Jahren? Können sie dann weiterhin hier bleiben?“, fragt sich Bruckner. Wer den Vertrag nach zehn Jahren nicht verlängert, bekommt sein Haus abgelöst.

Bürgermeister Thomas Kittelmann (ÖVP) versucht, in der Angelegenheit zu vermitteln. „Es liegen zwei Vorschläge vor. Ob wir, die Grundstückeigentümer und die Seepächter, zusammenkommen, kann ich nicht sagen“, merkt der Bürgermeister – die Gemeinde vertritt die Grundstückseigentümer – an. Die ersten Pächter sollen schon überlegen, ihre Seegrundstücke zu verlassen.