Bezirk Eisenstadt: Frau stach ihrem Freund ins Gesäß

24-jährige Verkäuferin hielt Streit nicht mehr aus: „Ich sah das Messer und wollte ihm Angst einjagen!“

Erstellt am 23. Dezember 2021 | 03:54
Lesezeit: 2 Min
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Mit einem Küchenmesser verletzte eine 24-Jährige ihren Freund.
Foto: Symbolfoto: Sasun Bughdaryan, shutterstock.com

„Wir hatten über neun Jahre lang Konflikte“, berichtete eine 24-jährige Verkäuferin aus dem Bezirk Eisenstadt bei einem Prozess wegen schwerer Körperverletzung und gefährlicher Drohung.

Am 23. September dieses Jahres sei „die Spitze des Eisbergs“ erreicht worden.

Der Vater ihrer beiden Kinder habe ihr an diesem Tag das Handy weggenommen, der Streit ums Smartphone sei eskaliert.

„Ich sah das Messer und wollte ihm Angst einjagen“, sagte die Angeklagte.

Mit erhobenem Küchenmesser soll sie auf ihren damaligen Lebensgefährten losgegangen sein und diesen bedroht haben.

Richterin Karin Knöchl hakte nach und fragte, ob der wütenden Frau damals vielleicht die Drohung „I stich‘ di o!“ herausgerutscht sei.

„Nein“, beteuerte die Angeklagte.

Der 25-jährige Partner der Frau packte angesichts des Messers mit der 33 Zentimeter langen Klinge seinen Rucksack und wollte durchs Fenster ins Freie flüchten.

Der geschockte Freund kraxelte durchs Fenster

Während er durchs Fenster kraxelte, stach ihm die Frau ins Gesäß.

Sie habe ihren Lebensgefährten im Affekt, aber „nicht gezielt“ am Hinterteil erwischt. Auch habe sie nicht gesehen, dass der Mann blutete, berichtete die Angeklagte.

„Heute stellen Sie den Vorfall so dar, als wäre er nicht so arg gewesen“, fasste die Staatsanwältin die Verantwortung der jungen Frau zusammen.

Zwei Zentimeter große Wunde durch Messerstich

Die Staatsanwältin erinnerte daran, dass der Flüchtende in der linken Gesäßhälfte eine zwei Zentimeter große Stichverletzung erlitten hatte.

„Es war ja nicht geplant“, antwortete die Angeklagte.

„Wie ist das Verhältnis mit Ihrem Ex-Freund jetzt?“, fragte die Richterin.

„Wegen der Kinder versuche ich, einen guten Draht herzustellen“, gab die Angeklagte bekannt. Der bei dem Vorfall verletzte Mann machte bei dem Prozess von seinem Recht Gebrauch, sich vor Gericht der Aussage zu entschlagen.

Verkäuferin muss 720 Euro Geldbuße bezahlen

Die Richterin bot der bislang unbescholtenen Angeklagten eine Diversion an.

Wenn sie eine Geldbuße von 720 Euro bezahlt, wird das Verfahren gegen sie eingestellt und im Strafenregister der Frau wird keine Vorstrafe eingetragen.

„Das Messer in die Hand zu nehmen, jemanden zu bedrohen und in den Hintern zu stechen: Das sind Straftaten, die nicht zu tolerieren sind!“, ermahnte die Richterin abschließend die 24-Jährige.