Trausdorf: Alibi für Bankomat-Diebstahl?. Nach spektakulärem Bankomat-Diebstahl aus Spar-Markt in Trausdorf: Verdächtiger vor Gericht.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 20. Juni 2019 (15:24)
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Prozess. Der Angeklagte beteuerte, er habe zum Tatzeitpunkt in Rumänien gearbeitet. Der Prozess wurde auf September vertagt. Arbeitskollegen sollen befragt werden.
Kirchmeir

Ein 49-jähriger rumänischer Staatsbürger soll gemeinsam mit zwei Mittätern am 28. März 2018 den Bankomaten aus der Spar-Filiale in Trausdorf gestohlen haben. Vor Gericht behauptet der Untersuchungshäftling, er habe die Tat nicht begangen. Für den Tatzeitraum habe er ein Alibi.

Der Coup war spektakulär: Die Täter brachen in der Nacht auf den 28. März 2018 das Glasportal des Spar-Marktes auf, legten ein Seil um den im Foyer aufgestellten Bankomaten, rissen diesen aus der Verankerung, verluden ihn in ein gestohlenes Auto und flüchteten nach Ungarn.

Später fand man in Ungarn den aufgeschnittenen Bankomaten und den gestohlenen Pkw. Glassplitter im Pkw konnten dem Tatort in Trausdorf zugeordnet werden.

Der Bankomat war professionell geöffnet, die enthaltenen 81.930 Euro Bargeld entnommen worden.

Am Tatort blieb eine Spitzhacke zurück, auf der genetisches Material sichergestellt werden konnte.

Die DNA wurde dem 49-jährigen Rumänen zugeordnet, der 2008 wegen schweren Bandendiebstahls in vier Fällen zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden war.

U-Häftling sagte: „Ich bin unschuldig“

„Ich bin unschuldig. Deshalb ging ich zur Polizei“, sagte der Angeklagte, der im Jänner 2019 an die österreichischen Behörden übergeben worden war.

Ausführlich beantwortete er Fragen des Schöffensenats zu seiner Arbeit in Rumänien. Er sei, so berichtete er, mit dem Verlegen von Gasleitungen beschäftigt. Er nannte die Namen seiner Kollegen und seiner Chefin und berichtete, dass das verwendete Werkzeug, darunter auch Spitzhacken, täglich zur Baustelle gebracht worden sei. „Eigenes Werkzeug habe ich nicht“, sagte der Angeklagte.

„Das Werkzeug ging also durch mehrere Hände?“, vergewisserte sich Richterin Birgit Falb. „Jeder nimmt sich ein Werkzeug und arbeitet“, sagte der Angeklagte.

Wie die Spitzhacke mit seiner DNA im Spar-Markt in Trausdorf gelandet sei, könne er sich nicht erklären.

Durch Österreich sei er nur einmal vor fünf oder sechs Jahren durchgefahren.

Der Prozess wurde auf September vertagt. Beim nächsten Termin sollen Arbeitskollegen des Angeklagten befragt werden.