Getreide-Ernte: Wir sind Bio-Bezirk. Eisenstadt hat den höchsten Bio-Getreide-Anteil im Land, Bauern leiden dennoch unter Unsicherheit durch Klimawandel.

Von Lisa-Marie Zehetbauer und Markus Kaiser. Erstellt am 02. August 2019 (06:15)
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Ernte. Agrarlandesrätin Astrid Eisenkopf und Hannes Mosonyi.
Zehetbauer

Seit 23. Juni läuft die Getreide-Ernte im Burgenland und ist bereits größtenteils abgeschlossen. Zeit also für eine Bilanz. Diese zog Hannes Mosonyi, Obmann des Landesgremiums für Agrarhandel, gemeinsam mit Agrarlandesrätin Astrid Eisenkopf. „Der Klimawandel hat die Bauern längst erreicht“, so Mosonyi. Die dadurch bedingten Wetter-Kapriolen lassen die Ernteerträge leicht unterdurchschnittlich ausfallen, da etwa 80 Prozent des Ernteertrags vom Wetter abhängig sind. Immerhin: Die Qualität passt.

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Verkostung am Esterházy Pannatura Bio-Gut.
Zehetbauer, zVg

Im Anschluss an die Presskonferenz gab es noch eine Traktorrundfahrt durch das Biolandgut Esterházy in Donnerskirchen, bei der man Wissenswertes über Alternativkulturen erfuhr und Bio-Produkte verkosten konnte. „Wir gehen im Burgenland den Weg hin zum Bioland Nummer Eins“, erklärte Landesrätin Astrid Eisenkopf. Sie freute sich, dass bereits 37 Prozent der Fläche für den Bio-Anbau verwendet werden und 27 Prozent des Ertrags Bio-Getreide sind.

 Bio: Viel Fläche, weniger Ertrag

 Die Landwirtschaftskammer hat die Zahlen auf Bezirksebene heruntergerechnet. Der Bezirk Eisenstadt Umgebung ist Bio-Spitzenreiter: 53 Prozent der Fläche und 43 Prozent des Ertrags sind Bio-Getreide. „Die Bezirke mit trockenen Böden wie Eisenstadt oder Neusiedl sind hier im Vorteil, da sie auf konventionellen Wegen auch nicht mehr Ertrag hätten wie auf biologischen“, erklärt Kammerdirektor Otto Prieler. Neben dem Boden ist „Bio“ auch ein Sorten-Thema. Für Rüben beispielsweise oder Kukuruz gäbe es derzeit noch kein Bio-Insektizid, weshalb Jennersdorf nur auf neun Prozent Bio-Ertrag käme.

Können unsere Bauern denn das ganze Burgenland mit Bio-Nahrung versorgen? Prieler lacht: „Das Problem ist nicht uns Burgenländer zu versorgen. Das Problem ist, dass wir die Wiener mitversorgen müssen.“