Zäune als Hilfestellung für Krötenwanderung. Wie jedes Frühjahr wurden im Bezirk Eisenstadt wieder Krötenzäune aufgestellt, um Frösche und Kröten auf der Wanderung zu ihren Laichplätzen zu schützen.

Von Denise Grosina. Erstellt am 16. März 2019 (07:04)
Denise Grosina
Hilfe. Die ehrenamtlichen Helfer Werner Schwarz und Bernd Tobler betreuen den Krötenzaun von Donnerskirchen bis Purbach.

In den ersten warmen und feuchten Tagen des Frühjahrs ziehen Kröten und Frösche zurück zu ihrem Heimatgewässer, in dem sie geschlüpft sind, um dort zu laichen. Dabei kreuzen oft auch Straßen ihren Weg. Um sie vor dem Verkehr zu schützen, werden zu dieser Zeit an verschiedenen Orten im Bezirk Eisenstadt von der Straßenverwaltung 30 Zentimeter hohe Zäune aufgestellt.

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Tierisch. Erdkröten sind die am stärksten vertretenen Kröten auf der Strecke von Donnerskirchen bis Purbach.

Entlang der Abgrenzungen werden in regelmäßigen Abständen Kübel in die Erde gestellt, in die die Frösche und Kröten hineinfallen. Dort verweilen die Tiere, bis sie von Mitarbeitern der Straßenverwaltung oder ehrenamtlichen Helfern auf die andere Straßenseite gebracht werden. Es gibt in diesem Gebiet insgesamt vier verschiedene Strecken: Die neueste erstreckt sich von Eisenstadt bis Stotzing, die längste von Donnerskirchen bis Purbach, eine von Purbach bis Breitenbrunn und eine von Rust bis Mörbisch.

„Die Krötenzäune müssen regelmäßig betreut werden, damit die Tiere ihre Wanderung so schnell wie möglich fortsetzen können“, erklärt die Fachreferentin für Amphibien des Naturschutzbundes Burgenland, Eva Csarmann. Tagsüber an Werktagen übernimmt diese Aufgabe die Straßenverwaltung. An Wochenenden und nachts kontrollieren ehrenamtliche Naturschutzorgane die Strecken.

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Schutz. Der Krötenzaun, der sich entlang der Straße von Eisenstadt nach Stotzing erstreckt, wurde dieses Jahr das erste Mal aufgebaut.

„Wir sind für jede helfende Hand dankbar“, so Csarmann. „Diese Schutzmaßnahmen stellen keine endgültige Lösung dar, sie sind lediglich eine Art von Erster Hilfe. Eine endgültige Lösung könnten Rohre, die unter den Straßen durchführen, darstellen“, erklärt Csarmann. Auf der Strecke von Donnerskirchen bis Purbach sind besonders viele Amphibien zu finden. Trotz dieser Schutzmaßnahmen geht die Artenvielfalt zurück.

„In diesem Frühjahr konnten bisher sieben verschiedene Arten gerettet werden: Springfrösche, Laubfrösche, Erdkröten, Rotbauchunken, Wechselkröten, die stark gefährdete Knoblauchkröte und Molche. Früher waren es noch viel mehr Arten“, erinnert sich der bereits langjährige ehrenamtliche Helfer Werner Schwarz aus Purbach.

Ehrenamtliche Helfer bitten um Rücksicht

Die Amphibien wandern gemeinsam und zielstrebig, wie sie sich auf ihrem Weg orientieren, ist bisher unbekannt. „Die Gruppen finden sich durch Rufe oder an einem fixen Treffpunkt zusammen. Die meisten Tiere machen sich – bei Regen – zwischen 21 Uhr und Mitternacht auf den Weg. In einer Nacht legen sie ungefähr zwei bis drei Kilometer zurück. Während den Wanderungen sieht man bereits einige Männchen, die von ihrer Partnerin getragen werden“, so Csarmann.

Die Strecke bei Donnerskirchen kann nicht durchgehend mit einem Zaun versehen werden, wodurch es immer wieder tote Kröten und Frösche zu beklagen gibt. „Wenn die Autofahrer abends bei regnerischem Wetter das Tempo reduzieren oder gar die Fahrt auf dieser Strecke vermeiden könnten, wäre uns und den bedrohten Tieren bereits geholfen“, so der freiwillige Helfer Bernd Tobler.