BVZ-Selbstversuch: Klettern am Leithaberg

Der Dreifaltigkeitssteinbruch bei Loretto verwaist einsam im Walde, dabei hätte er Potenzial für ein El Dorado der Sportkletterer.

Erstellt am 16. April 2021 | 05:17
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Böse Zungen behaupten, hier den Pannonischen Berg-Gorilla zu erkennen. Tatsächlich aber handelt es sich um den Autor dieser Zeilen.
Foto: BVZ

Eine der letzten Wanderungen der BVZ-Reihe „Wohin im Lockdown?“ führte durch den Dreifaltigkeitssteinbruch. Der ist noch einmal ein paar Meter höher als die bekannte Kürschnergrube, aber wesentlich unbekannter. Zuunrecht, wie ein BVZ-Experiment zeigen soll: Seine gut zwölf Meter hohen Wände, von denen ebenfalls Stein abgebaut wurde, eignen sich auch ganz gut zum Sportklettern.

Wie kommt man zum Steinbruch?

Der Zustieg ist leicht: Mit dem Auto kann man am Ende der Esterházy-Waldrandsiedlung in Loretto parken. Dort bietet eine große Panorama-Wiese einen wunderbaren Ausblick.

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Achtung: NICHT ohne Sicherungsgerät klettern! Der Autor ist erfahrener Sportkletterer, sein Seilpartner geprüfter Alpinist. Wagentristl, Scharf
BVZ

Am unteren Ende der Wiese ist rechter Hand fast schon in Sichtweite die Dreifaltigkeits-Kapelle aus dem Jahr 1683. Sie wurde damals von Leithaprodersdorfern nach dem Ende der Osmanen-Feldzuges gestiftet und liebevoll restauriert.

Folgt man dem Weg etwa fünf bis zehn Gehminuten, sieht man links schon den Steinbruch. Man muss allerdings genau hinschauen, der Zustieg ist verwachsen, eine Karte oder ein Wander-App ist generell und hier besonders zu empfehlen.

Wie kletter-tauglich sind die Wände?

Natürlich ist hochalpines Gestein dankbarer. Der hiesige Sandstein ist porös, ein Brocken, an dem man sich wenige hundertstel Sekunden zuvor noch panisch festgekrallt hat, macht sich gerne mal selbstständig. Ein Helm für den sichernden Seilpartner ist empfehlenswert.

Das Sicherungsgerät für den Vorstieg wie „friends“ ist nur an wenigen Stellen geeignet, die massiven Bäume oberhalb des Steinbruches sind aber ideal um es im Top-Rope zu versuchen.

Routen zum Klettern und Bouldern (Crashpad mitnehmen!) finden sich genug, von Anfänger-Routen bis zum Überhang ist alles dabei. Beim BVZ-Selbstversuch konnte ein Riss an der zweithöchsten Wand erfolgreich bestiegen werden (Schwierigkeitsstufe: Erst 6, dann 3-4), der Überhang an der höchsten Wand erwies sich dann als Übermut.

Insgesamt: Die Stimmung im Steinbruch ist ein Traum, so viel Platz und Ruhe zum Klettern hat man in den Ostalpen oder Kletterhallen nie.