Tribuswinkel: Arzt rastete aus und bedrohte Frau. Polizeiliche Untersuchungen laufen bezüglich eines Vorfalls, der sich in einem Lokal in Niederösterreich zugetragen haben soll.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 02. November 2020 (05:34)
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Hässliche Szenen sollen sich am Freitag, 16. Oktober, in einem Lokal in Tribuswinkel abgespielt haben. Der Kurier berichtete erstmals über den Vorfall, ihm war belastendes Videomaterial zugespielt worden. Darauf soll zu erkennen sein, wie ein in Traiskirchen (Niederösterreich) ortsansässiger Arzt eine 32-jährige Frau attackiert hat, als sich diese weigerte, auf die Avancen des Mediziners einzugehen. Der Arzt betreibt nicht nur Arztpraxen im Bezirk Wiener Neustadt, sondern arbeitet auch für die Landespolizeidirektion Burgenland als Polizeiarzt.

Der alkoholisierte Mann soll immer wieder in Richtung der Frau gegriffen haben, auf Abwehrversuche der zweifachen Mutter ging er nicht ein. Der Arzt soll der Frau als Zorn über ihre ablehnende Haltung in die Rippen geboxt und schließlich mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen haben. Eine Freundin, die versuchte, der Belästigten zur Hilfe zu eilen, soll auch einen Schlag abbekommen haben. Schließlich flüchtete die Frau in einen Lagerraum, der Mann soll die Frau auch verbal mit dem Umbringen bedroht haben.

Auf NÖN-Anfrage verweist Polizeisprecher Johann Baumschlager von der Landespolizeidirektion Niederösterreich auf die Kollegen im Burgenland, da „der Mann bei der Landespolizeidirektion Burgenland arbeitet“. Oberstleutnant Helmut Marban von der Landespolizeidirektion Burgenland sagt zu dem Fall, insbesondere auf die Frage, ob die Causa auch dienstrechtliche Konsequenzen für den Arzt nach sich ziehen wird: „Wir leben immer noch in einem Rechtsstaat, ich wehre mich gegen Vorverurteilungen. Der Sachverhalt muss lückenlos erhoben werden. Wenn man ein verwertbares Ergebnis hat, wird man sich als Dienstbehörde zusammensetzen, aber so weit sind wir noch nicht. Wir brauchen erst Erhebungsergebnisse, auf die wir aufbauen können.“ Mit den Ermittlungen sind allerdings die niederösterreichischen Kollegen betraut, die zu dem Fall keine weiteren Auskünfte geben möchten.