Eisenstädter Schmuckgeschäfte: Diebe kamen wieder. Auf Schmuckgeschäfte in Eisenstadt hatte es eine ungarische Diebsbande abgesehen.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 14. September 2020 (06:05)
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Einbrecher aus Ungarn hatten sich offenbar auf Schmuckgeschäfte spezialisiert: Zwei Shops wurden mehrfach heimgesucht.

Zwei der beteiligten Täter wurden angeklagt, erschienen jedoch zum Prozess in der Vorwoche nicht.

Gegen den 24-jährigen Angeklagten konnte das Verfahren in Abwesenheit durchgeführt werden, nicht jedoch gegen seinen 18-jährigen Komplizen, der fünfmal an Einbruchsdiebstählen in den Eisenstädter Schmuckgeschäften beteiligt gewesen war.

Begonnen hatte die Serie am 14. Oktober 2019. Ein dritter Beteiligter trat die Türe zu einem Schmuckgeschäft in Eisenstadt auf und stahl aus einer Vitrine zwei Uhren, einen Armreif und einen Ring, während der 18-Jährige im Fluchtfahrzeug wartete.

Danach schlugen die Täter bei einem weiteren Schmuckgeschäft die Auslagenscheibe ein und stahlen Schmuck im Wert von 4.118 Euro.

Am 14. Jänner 2020 kehrte der 18-Jährige mit zwei anderen Männern zurück. Beim ersten Schmuckgeschäft wollten sie die Glaseingangstüre mit einem Wagenheber einschlagen, was misslang, weil die Firma zwischenzeitlich die Verglasung verstärkt hatte.

Beim zweiten Schmuckgeschäft gelang es jedoch neuerlich, die Auslagenscheibe einzuschlagen. Die Täter erbeuteten Modeschmuck im Wert von 2.000 Euro.

Mit Axt bewaffnet neuerlich angereist

Am 30. Jänner kam der 18-Jährige in Begleitung des 24-jährigen Ungarn wieder nach Eisenstadt. Diesmal hatten sie eine Axt bei sich: Sie wollten ein weiteres Mal versuchen, die verstärkte Glastüre beim ersten Schmuckgeschäft zu öffnen, dessen Adresse im Navigationsgerät ihres Fahrzeugs einprogrammiert war.

Vor diesem Einbruchsversuch wurden sie jedoch von der Polizei festgenommen.

Dem 24-jährigen Ungarn wurde weiters vorgeworfen, an einem Parfumdiebstahl in einem Eisenstädter Drogeriemarkt beteiligt gewesen zu sein. Er leistete Aufpasserdienste, während sein Komplize fünf Parfums stahl und damit das Weite suchte.

Bei diesem Diebstahl hatte eine 31-jährige Frau Zivilcourage bewiesen: „Ich stand vor dem Drogeriemarkt und hörte eine Verkäuferin rufen: Halt! Stopp!“, berichtete die Zeugin. „Da lief ein Mann heraus, dem versuchte ich das Haxl zu stellen.“ Es sei ihr jedoch nicht gelungen, den Mann zu stoppen. Kurz danach flüchtete der Komplize und versteckte sich hinter einem anderen Geschäft.

„Ich hielt ihn fest, bis die Polizei kam“, sagte die Zeugin.

Der 24-jährige Ungar wurde in Abwesenheit zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Sein 18-jähriger Komplize wird zu einem neuen Verhandlungstermin vorgeladen. Gegen einen weiteren Beteiligten besteht eine Festnahmeanordnung.