Kriterien für Bauplätze: Kompromiss in Wulkaprodersdorf. ÖVP, SPÖ und UDW einigen sich auf die Aufschließungskriterien, um Bauplätze in Mühlgasse zu errichten.

Von Sigrid Janisch. Erstellt am 05. Januar 2019 (07:17)
BVZ
Interesse. Rund 40 Bürger besuchten die Gemeinderatssitzung, die in die Mehrzweckhalle verlegt wurde.

Reges Interesse bei der Wulkaprodersdorfer Bevölkerung löste die Gemeinderatssitzung aus, in der es um die geplanten 29 Bauplätze in der Mühlgasse ging, die die ÖVP widmen will, wobei sie an SPÖ und Unabhängiger Dorfliste (UDW) bisher scheiterte.

Es soll rechtliche Sicherheit geben

Wegen akuten Bauplatzmangels soll das Gebiet als Bauplätze erschlossen werden. SPÖ und UDW wollen dabei eine „größtmögliche Rechtssicherheit für die Bauwerber und den dortigen Landwirt“, so Vizebürgermeister René Pint (SPÖ) im Frühsommer.

Durch einen Schweinezuchtbetrieb und den Autobahnzubringer in der Nähe könnte es zu Geruchs- und Lärmbelastungen kommen, so Pint und UDW-Obfrau Sabine Szuppin. So forderten sie ein Geruchs- und Lärmgutachten. Das Geruchsgutachten folgte. Eine Lärmmessung hatte es bereits im Mai 2017 gegeben. „Diese Werte liegen unter dem zulässigen Höchstwert für Bau-/Wohngebiet. Das sind die leisesten Werte im Ort“, so Bürgermeister Fritz Zarits (ÖVP).

Der Landwirt schlug vor, seinen Stall in Richtung Autobahnzubringer zu verlegen. Laut Zarits würden sich die Bauwerber an den Kosten beteiligen und „40 Prozent oder maximal vier Euro pro Quadratmeter des Baugrunds“ übernehmen.

Die Parteien einigten sich nun auf die Formulierungen in den Optionsverträgen mit den Grundeigentümern und in der schriftlichen Vereinbarung mit dem Landwirt. „Wir würden gerne festhalten, dass auf die Grundstücke, die in Privatbesitz bleiben, ein Bauzwang von zehn Jahren auferlegt wird, mit Option auf Verlängerung nur dann, wenn die eigenen Kinder in absehbarer Zeit bauen“, so Pint.

Der einstimmige Beschluss legt die Beteiligung der Bauwerber an der Verlegung des Stalls fest sowie den Bauzwang und die Vereinbarung mit dem Landwirt. Nun müsse mit den Grundeigentümern bezüglich des Bauzwangs nachverhandelt werden.