Eisenstadt: Streit um den Eisbachstraßen-Schranken. Immer wieder scheppert es auf der Eisenbahnkreuzung auf der Eisbachstraße. Nach einem tödlichen Unfall liegen Stadt, Land und ÖBB im Streit, wer den Schranken zahlen soll.

Von Doris Fischer und Markus Kaiser. Erstellt am 01. Oktober 2020 (05:53)
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Unbeschrankt. Die Eisenbahnkreuzung am Eisbachweg kostete in der Vorwoche zwei Menschenleben. Reicht die Ampel-Sicherung nicht?
BVZ

Im Juli 2019 wurde bei einem Zusammenstoß mit einem Zug an der unbeschrankten Eisenbahnkreuzung Eisbachstraße der Lenker schwer verletzt, im Juni dieses Jahres krachte es dort erneut.

Nachdem dieser Unfall noch glimpflich ausging, endete am Mittwoch der Vorwoche eine erneute Kollision ebendort tödlich: Die 73-jährige Pkw-Lenkerin aus dem Bezirk Eisenstadt-Umgebung starb noch an der Unfallstelle. Ihr 79-jähriger Mann wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Spital nach Wr. Neustadt geflogen, wo er seinen schweren Verletzungen erlag.

Bürgermeister Thomas Steiner forderte daher erneut ÖBB und Landesregierung auf, einen Schranken zusätzlich zur bestehenden Ampelanlage zu bauen. 2018 habe das die Stadt in der parallel verlaufenden Siegfried-Marcus-Straße selbst übernommen.

„Ich sehe nicht ein, wieso wir immer die Kosten für ein Straßensicherheitsprojekt tragen sollen, das in der Verantwortung von Land und ÖBB liegt“, betonte Steiner auf Nachfrage der BVZ und überraschte mit den hohen Projektkosten: „So ein Schranken kostet immerhin rund 300.000 Euro.“

Nach dem Unfall im Juni hatte sich die ÖBB als nicht zuständig gezeigt. Das sei die Eisenbahnbehörde, also Land Burgenland, hieß es damals von den ÖBB. Das Büro von Verkehrslandesrat Heinrich Dorner bestätigt gegenüber der BVZ das Prozedere: Die Eisenbahnbehörde (Land) entscheidet, wie die Kreuzung zu sichern ist, Bahnunternehmen (ÖBB) und der Straßenerhalter (Korrektur zur Printausgabe: Bei Landesstraßen ist das Land, bei Gemeindestraße wie die Eisbachstraße die Gemeinde) teilen sich die Kosten zu je 50 Prozent.

Im Fall der Kreuzung Eisbachstraße hatten Sachverständige aber erst im November 2019 die Sicherung durch eine Ampelanlage für den dortigen Verkehr – die Gemeinde zählte im Juli 2020 durchschnittlich 1.800 PKW pro Tag – als ausreichend erachtet. Dennoch ist wegen des Juni-Unfalls derzeit eine Neu-Beurteilung im Gange, ein Ergebnis wird Mitte Oktober erwartet. Dazu lädt der Verkehrslandesrat zu einer Experten-Runde mit allen Beteiligten ein, über die Ergebnisse wird die BVZ berichten.