Alle Pläne zum "Oberberg neu"

Der Eisenstädter Oberberg soll mit Wohnbau- und Kinoprojekten wiederbelebt werden, die Wiener Straße aber stört die Harmonie.

Erstellt am 27. August 2020 | 05:55
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„Oberberg neu“. Der Oberberg soll mit einem neuen Wohnprojekt wiederbelebt werden. Dieses soll sich laut Plänen ganz in die Dorfstruktur des Oberberges anpassen. Bleibt noch eine Problemstelle offen: Die Wiener Straße mit ihrer enormen Verkehrs- und Lärmbelastung.
Foto: BVZ

Das „St. Martin’s Arms“-Pub war das erste Lebenszeichen seit Langem am Oberberg. Nun geht es Schlag auf Schlag: Ein großes Wohnbauprojekt entsteht und das Haydn-Kino soll ebenfalls wiederauferstehen. Die Anrainer fragten sich nun hoffnungsvoll: Erwacht der totgeglaubte Stadtteil wieder zum Leben? Die BVZ hat sich nach den Plänen der Stadt und vor allem nach dem Verkehrskonzept erkundigt.

Nach einem Bericht in der BVZ über den Abriss zweier Häuser in der Kirchengasse gleich hinter der Bergkirche legte die Stadt nun Pläne für die dort entstehenden neuen Gebäude vor. Der neue Eigentümer sei „ein Wiener mit burgenländischen Wurzeln“, wie Bürgermeister Thomas Steiner betonte. Diesem sei sehr daran gelegen, die Häuserfront in der Kirchengasse wieder so gestalten, dass sie in das typisch burgenländische Gassen-Bild hineinpasse (siehe Pläne rechts).

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Im Inneren des 1.300 Quadratmeter großes Grundstücks sollen 13 Wohneinheiten entstehen, die Höhe mit zwei Stockwerken plus Dachgeschoss dezent ausfallen. Das „hagliche“ Thema Parkplatz wird durch eine Tiefgarage mit 25 Stellplätzen gelöst, wie Baudirektor Werner Fleischhacker erklärte. Im Erdgeschoss soll ein Nahversorger oder ein Gastronomiebetrieb eine neue Heimat finden. Bis 2022, schätzt Fleischhacker, soll der Bau abgeschlossen sein.

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BVZ

Wiener Straße „zerschneidet“ Ortsteil

Die Zufahrt erfolgt wie bisher über das Landesgericht, der Platz vor der Kirche soll erhalten und – so Steiners formuliertes Ziel – möglichst Auto-frei bleiben. Das ist auch schon das Stichwort für das grundlegende Problem der Ortsteile Ober- und Unterberg: Sie werden von der Wiener Straße regelrecht „zerschnitten“, wie Steiner es formulierte. Auch gegenüber der BVZ klagten viele Anrainer über die hohe Lärmbelästigung, die ein Grätzel-Aufleben stört.

Kann man die Straße beruhigen, etwa durch eine 30er-Zone? Aus der Baudirektion des Landes heißt es dazu, dass bei wichtigen Straßen wie dieser (A3-Verbindung!) eine „Geschwindigkeitsbeschränkunge nur vereinzelt nach Vorliegen eines Verkehrskonzeptes angewendet“ werde. Diese Verordnung und Bewilligung erfolgte durch den Magistrat Eisenstadt, spielt die Landesbaudirektion den Ball wieder an die Stadt. Was ebenfalls möglich wäre, ist eine Begrünung der Straße, was aufgrund der Fahrspurbreite nicht ginge, ist eine Weiterführung des bei der AK abrupt endenden Radweges.