Bewährungshilfeverein: „Stärke, nicht zuzuschlagen“. Neue Möglichkeit für burgenländische Straftäter, Anti-Gewalttraining in Gruppen im Land selbst zu absolvieren.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 20. Juni 2020 (05:23)
Alexander Grohs: „Es gibt die verschiedensten Gründe, warum jemand gewalttätig wird.“
zVg

„Die eigentliche Stärke ist, nicht zuzuschlagen, denn zuschlagen kann jeder!“ Das ist die Botschaft, die der Bewährungshilfeverein „Neustart“ verurteilten Gewalttätern vermitteln will.

Ein neuer Start ohne Gewalt

Seit Kurzem gibt es nun in Eisenstadt ein erstes rein burgenländisches Anti-Gewalttraining in Gruppen, wie Neustart Burgenland-Leiter Alexander Grohs der BVZ schildert: „Bisher mussten die Burgenländer dazu nach Wiener Neustadt ausweichen, uns war aber wichtig, auch im Land selbst eine Möglichkeit zu schaffen. Den eigentlich geplanten Starttermin hatten wir noch Corona-bedingt verschieben müssen.“ Zu diesem Zeitpunkt seien übrigens von Staatsanwaltschaft und Richterschaft auch vermehrt Personen aus dem Burgenland zugewiesen worden.

Die aktuelle Gruppe umfasse neun Teilnehmer, so Grohs, die Trainings finden 14-tägig statt und umfassen gesamt 15 Termine. „Die Räumlichkeiten hat uns dankenswerterweise die ‚Pannonische Tafel‘ zur Verfügung gestellt, damit auch der nötige Abstand eingehalten werden kann“, erklärt Grohs.

Heimat in der Pannonischen Tafel

Die Gruppe erarbeitet gemeinsam mit zwei Bewährungshelfern als Gruppentrainer alltagstaugliche Alternativen zur Konfliktlösung ohne Gewalt. Erfahrungsgemäß erweise sich das Training in der Gruppe als äußerst wirkungsvoll, so Grohs: „Der Lerneffekt wird verstärkt. Oft kommen Vorschläge aus der Gruppe selbst – von jemandem, der in einer ähnlichen Situation ist, wird das dann meist auch besser angenommen.“

Die durchgängige Teilnahme ist verpflichtend, ein wesentliches Merkmal sei die aktive Mitarbeit, betont Grohs. Bei einem Weisungsbruch werde das Gericht informiert, was zum Widerruf der bedingten Strafnachsicht führen könne.