Bürger-Ideen für die Stadtentwicklung

Bei einer „Stadtplanungswerkstatt“ waren Eisenstädter Bürger eingeladen, ihre Ideen für die Entwicklung der Innenstadt mit Experten zu diskutieren.

Erstellt am 07. Oktober 2021 | 05:02

Am vergangenen Dienstag hatte das Rathaus zu einer Planungswerkstatt geladen, bei der Bürger ihre Ideen zur Weiterentwicklung der Innenstadt mit Stadtplanungs-Experten diskutieren konnten. Politik und Medien waren nicht geladen, nicht gerade zur Freude aller. Gemeinderätin Anja Haider-Wallner (Grüne): „Ich finde es schade. Wenn Bürger, Politik und Experten (auch kontroversiell) diskutieren, entstehen wertvolle Ideen für unsere Stadt.“

Die Eisenstädter Architektin Viktoria Schandl war als Expertin dabei: „Mich hat gefreut, dass sich aus den Gesprächen so viele Maßnahmen herauskristallisiert haben, die auch gut umsetzbar wären.“ Schandls Arbeitsgruppe widmete sich dem Thema Innenstadt, hier wurden fünf Plätze in der Innenstadt identifiziert, bei denen es entweder noch Entwicklungspotenzial gäbe, wie dem Franziskanerplatz oder der Rossschwemme, aber auch solche, wo Konflikte zwischen Anrainer-, Fußgeher/Radfahrer- und Autofahrerinteressen bestünden. „Das ist vor allem am Domplatz, bei der Post-Durchfahrt sowie den Kreuzungen beim Alten Stadttor und bei der Magdalenenkapelle der Fall.“ Was sich generell durch alle Diskussionen zog, war der Wunsch nach mehr Begrünung und weniger PKW, so Schandl.

Anzeige

Das Thema Verkehr sei – mit dem verdichteten Wohnbau – auch am Oberberg Hauptthema gewesen, so Stadtplaner Christian Grubits, der ebenfalls eine der Arbeitsgruppen leitete: „Als Oberbergler bin ich froh, dass es so viele Ideen zum Oberberg gegeben hat, da hoffe ich natürlich sehr, dass sich hier etwas entwickelt. Es gab überraschende Vorschläge wie eine Begegnungszone vom Kalvarienbergplatz bis zum Schloss. Als Verkehrsplaner würde ich mir jedenfalls eine Geschwindigkeits-Reduzierung auf der Esterhazy-Straße wünschen, um die Situation für den Radverkehr und Fußgänger zu verbessern.“ Die Verdichtung sei hauptsächlich wegen den zusätzlichen Autos ein Problem. Man könnte Wohnen und Parken zukünftig entkoppelt sehen und Autos auf Sammelparkplätzen, etwa an der Wiener Straße, stellen. „Die Verdichtung sollte man aber auf alle Fälle behutsam angehen“, so Grubits.

Gesundheitszentrum im Meierhof geplant

Ebenfalls anwesend war Direktor Christian Janisch von den Esterhazy-Immobilien. Ihm war wichtig, Esterhazy „als Teil der Stadt zu präsentieren“: „Wir wollen diese für den Bürger weiterentwickeln und dabei ist das Thema Platzgestaltung zentral. Etwa mit dem Hotelprojekt, das auch ein für die Öffentlichkeit zugängliches Restaurant und eine Rooftop-Bar bieten wird.“ Er ließ auch mit neuen Plänen aufhorchen: „Einen neuen Impuls setzen soll dabei unser neues Projekt im ehemaligen Meierhof. Hier soll ein Bereich für Betreutes Wohnen entstehen und dazu ein Ärztezentrum. Denkmalgeschützte Teile wollen wir revitalisieren, bei den anderen Bauteilen sind wir in Abstimmung mit dem Denkmalamt. Uns ist wichtig, dass die Innenstadt stärker belebt wird. Hier tut sich schon viel, es entstehen neue Geschäfte und junge Leute kommen wieder vermehrt. Diesen Trend wollen wir stärken.“