Diebstahl und Verfolgungsjagd - 17-jähriger verurteilt. Ein 17-jähriger Burgenländer ist am Donnerstag am Landesgericht Eisenstadt nicht rechtskräftig zu einer bedingten Haftstrafe von vier Monaten verurteilt worden, weil er als Teil einer Jugendbande einen Automaten aufgebrochen und Zigaretten, Snacks, Getränke und Hanfprodukte gestohlen haben soll. Außerdem soll der Jugendliche ohne Führerschein vor der Polizei davongerast sein und mit einem Zweiten das Auto einer Freundin geschrottet und einen Diebstahl vorgetäuscht haben.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 11. Februar 2021 (13:05)
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APA (Symbolbild)

Der Jugendliche zeigte sich vor Gericht teilweise geständig. Er gab zu, bei dem Diebstahl dabei gewesen zu sein - die beiden anderen Beteiligten wurden bereits verurteilt. Gemeinsam mit zwei Freunden lieferte sich der 17-Jährige außerdem in Neutal (Bezirk Oberpullendorf) eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Die Mutter eines Beifahrers habe die Polizei angerufen, weil ihr Sohn mit dem Angeklagten unterwegs sei, der keinen Führerschein habe, erläuterte Richterin Gabriele Nemeskeri.

Als die Burschen die Polizei bemerkt haben, soll der 17-Jährige aufs Gas gestiegen und einfach weitergefahren sein. "Haben Sie nicht bemerkt, dass er so schnell gefahren ist, dass sie über die Bundesstraße drüber gesprungen sind?", fragte Nemeskeri einen Beifahrer. Er sei hinter dem Fahrer gesessen, habe das Tacho nicht sehen können und auch sonst nichts bemerkt, antwortete er.

Später soll der Angeklagte außerdem mit einem weiteren Freund, der gefahren ist, einen Unfall gebaut und dabei das Auto einer Freundin geschrottet haben. Dieser haben die Burschen zunächst aber erzählt, dass das Auto gestohlen worden sei, führte Nemeskeri aus. Führerschein, Zulassungsschein und Kennzeichentafeln hätten sie in einen Bach geworfen. Die Freundin meldete daraufhin den Diebstahl bei der Polizei.

Die Richterin sprach den 17-Jährigen wegen Einbruchsdiebstahls, Gefährdung der körperlichen Sicherheit, Urkundenunterdrückung und Vortäuschung einer Straftat schuldig. Für eine Probezeit von drei Jahren wird ihm ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

Generell gestaltete sich der Prozess zäh. Die jugendlichen Zeugen zeigten sich wenig auskunftsfreudig. Sie konnten sich an kaum etwas erinnern. Die 23-Jährige, deren Auto geschrottet worden war, tauchte zu ihrer Befragung erst gar nicht auf. Der Prozess wurde für eine halbe Stunde unterbrochen und die Zeugin von der Polizei vorgeführt. "Ich habe mich mit dem Datum geirrt", sagte sie.