Drogen im Schlosspark verkauft: Dealer verurteilt. Ein 19-jähriger Asylwerber verkaufte von April bis Juli 2018 Cannabis an Jugendliche. Vor Gericht bestritt er die Taten.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 21. Dezember 2018 (06:50)
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Ein 19-jähriger Flüchtling aus Afghanistan musste sich vorige Woche vor Richterin Gabriele Nemeskeri verantworten.

Dem jungen Mann wurde vorgeworfen, an zwei Jugendliche im Schlosspark Eisenstadt insgesamt zehn Gramm Cannabis verkauft zu haben.

Vor der Richterin gab der Asylwerber zwar zu, selbst Cannabis konsumiert, bestritt aber, an Jugendliche Drogen weitergegeben zu haben.

Am 24. Juli 2018 hatte ein Polizist den Dealer im Schlosspark Eisenstadt bei der Drogenübergabe beobachtet. Bei seinem 15-jährigen Kunden fand man danach zwei Gramm Cannabis, bei dem Asylwerber 20 Euro. „Ich habe nichts an ihn verkauft“, stritt der Angeklagte die Straftat ab.

15-Jähriger: „Habe Cannabis gekauft“

Der Jugendliche selbst gab jedoch vor Gericht zu, drei bis vier Mal von dem Asylwerber kleine Mengen Cannabis gekauft zu haben. Die Drogenverkäufe hätten stets im Schlosspark Eisenstadt stattgefunden. Am 24. Juli habe er zwei Gramm Cannabis gekauft und dem Dealer dafür 20 Euro gegeben.

Einvernommen wurde auch ein zweiter Jugendlicher, der zum Zeitpunkt der Drogengeschäfte ebenfalls erst 15 Jahre alt war. „Ich habe ihn angesprochen, weil ich Cannabis ausprobieren wollte“, gab der Lehrstellensuchende zu.

Aufgrund der dunklen Hautfarbe des Angeklagten sei er davon ausgegangen, dass dieser Drogen verkaufe. Insgesamt habe es drei Drogenübergaben gegeben.

Bis zum Prozessende bestritt der Angeklagte, Drogen verkauft zu haben. Er leide an Depressionen, weil er schon zweimal einen negativen Asylbescheid erhalten habe. Deshalb habe er selbst bis August 2018 Drogen konsumiert.

Die Richterin verurteilte den 19-Jährigen zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. „Ich mag es gar nicht, wenn man an Jugendliche Suchtgift weitergibt“, stellte sie klar.