Alarmfahndung: Ermittlungen "in alle Richtungen". ***DER ARTIKEL WIRD LAUFEND AKTUALISIERT***

Von Markus Wagentristl und Redaktion, APA. Update am 23. Januar 2019 (07:30)

UPDATE NEU: "Entführte" angeblich wieder aufgetaucht

Mittwoch, 08:53 - Die "Entführte" soll wieder aufgetaucht sein, angeblich im Familiensitz in Kitzbühel. Nähere Infos folgen.

 

UPDATE Mittwochfrüh: Polizei verfolgt "gute" Ermittlungsansätze

Wir hatten berichtet:

17:45 - Meldung erreicht die BVZ, dass Straßenkreuzungen in Eisenstadt und Umgebung von der Polizei kontrolliert werden, v.a. in Richtung Ungarn.

18:43 - Wir haben die Polizei erreicht: Es gibt noch keine offizielle Aussage, eine Aussendung soll bald folgen.

18:51 - Erste offizielle Infos trudeln ein:

Alarmfahndung

Frau in Eisenstadt entführt?

Derzeit läuft eine groß angelegte Fahndung in der Region um Eisenstadt. Gerüchten zufolge soll die Mutter eines prominenten Eisenstädters entführt worden sein.

Der Grund für die Alarmfahndung in Eisenstadt und Umgebung soll eine angebliche Entführung sein. Gerüchten zufolge soll es sich bei der Entführten um die Mutter von Esterházy-Generaldirektor Stefan Ottrubay handeln. Sie soll auf offener Straße im Beisein ihrer Pfleger von unbekannten Tätern in ein Auto gezerrt worden sein. Es heißt, dass es sich um zwei Autos mit deutschen Kennzeichen gehandelt haben soll. Die Polizei hielt sich noch bedeckt. Für einen späteren Zeitpunkt wurde eine Presseaussendung angekündigt.

19:15 - Unsere Website geht fast über, derzeit hat noch keine Zeitung nähere Infos. Wir bleiben dran!

19:32 - Hintergründe: Das amerikanische Forbes Magazin hat das Vermögen der verstorbenen Fürstin Melinda Esterhazy auf 2,3 Milliarden Dollar geschätzt - doppelt so hoch wie das gesamte Jahresbudget des Landes Burgenland. Außerdem steht neben Wald, Wein und Äckern auch der Neufeldersee, Trausdorfersee und der österreichische Teil des Neusiedlersees im Besitz der Stiftung Esterhazy.

19:45 - Angeblich heißt es aus Ermittlerkreisen, dass es nicht um Lösegeld gehen soll.

19:48 - Es gibt eine erste Täterbeschreibung:

Große, blonde Frau saß im Auto

Laut Polizeisprecher Helmut Marban ist in einer der beiden schwarzen Limousinen, die in der Esterhazy Straße gehalten haben, eine große, schlanke, blonde Frau gesessen, die eine Haube getragen haben soll. Details zum Kennzeichen waren zunächst nicht bekannt.

19:51 - Offizielle Aussendung der Polizei:

Vermutliche Entführung in Eisenstadt

Am 22.01.2019, gegen 15.30 Uhr ging eine 88-jährige Frau mit ihrer Pflegerin in Eisenstadt in der Esterhazystraße in Richtung Bergkirche spazieren. Im Bereich des Hauses Esterhazystraße 29 hielten plötzlich zwei schwarze Limousinen mit vermutlich ausländischen Kennzeichen bei den beiden Frauen.

Aus einem Auto stiegen ein Mann und eine Frau, aus dem zweiten Auto eine Frau, die auf die Pflegerin zuging und diese zur Seite stieß. Die Pflegerin wurde dabei nicht verletzt.

Anschließend setzten die drei Personen die 88-jährige Frau in eine der beiden Limousinen und die beiden Fahrzeuge entfernten sich mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Bergkirche.

Die Frau, welche die Pflegerin beiseite stieß, wird als groß, schlank, blond und mit Mütze bekleidet beschrieben.

Die 88jährige war mit einem dunklen roten Mantel, schwarzer Mütze, schwarzen Schuhen und braunen Handschuhen bekleidet.

Von der Polizei wurde sofort eine Alarmfahndung nach den beiden Fahrzeugen und deren Insassen eingeleitet, die bisher aber ohne Erfolg verlief. Es wird jedoch in alle Richtungen ermittelt.

Aus kriminaltaktischen und Opferschutz-Gründen kann von der Polizei die Identität der vermutlich entführten Frau derzeit nicht bekanntgegeben werden.

Sachdienliche Hinweise – die auf Verlangen auch vertraulich behandelt werden – bitte an das Landeskirminalamt Burgenland – 059133-10-3333 oder an jede Polizeidienststelle.

20:33 - Erste Bilder vom Ort der Entführung:

APA
Der Schauplatz der Entführung

Thomas Lenger/monatsrevue.at
Hier vor der Hausnummer 29 soll die 88-jährige entführt worden sein, nur wenige Meter von dem Haus entfernt, in dem sie angeblich gewohnt hat.

Thomas Lenger/monatsrevue.at
Hier vor der Hausnummer 29 soll die 88-jährige entführt worden sein, nur wenige Meter von dem Haus entfernt, in dem sie angeblich gewohnt hat.

Thomas Lenger/monatsrevue.at
Hier vor der Hausnummer 29 soll die 88-jährige entführt worden sein, nur wenige Meter von dem Haus entfernt, in dem sie angeblich gewohnt hat.

Thomas Lenger/monatsrevue.at
Hier vor der Hausnummer 29 soll die 88-jährige entführt worden sein, nur wenige Meter von dem Haus entfernt, in dem sie angeblich gewohnt hat.

Thomas Lenger/monatsrevue.at
Hier vor der Hausnummer 29 soll die 88-jährige entführt worden sein, nur wenige Meter von dem Haus entfernt, in dem sie angeblich gewohnt hat.

21:20 - Hier ist eine Visualisierung des Weges der Entführten.

Diese soll auf der Esterhazystraße in Richtung Bergkirche spaziert und nur wenige Meter von ihrer Wohnung in Nummer 23 (siehe Karte) auf Höhe der Hausnummer 29 entführt worden sein: 

 

 

23.10 - Polizei auf Hinweise angewiesen

Die Polizei ist laut eigenen Angaben "auf jeden kleinsten Hinweis angewiesen". Das teilte Polizeisprecher Helmut Marban am Dienstagabend der APA in einem Interview mit. Er bat die Bevölkerung um Mithilfe.

"Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir, dass sich diese vermeintliche Entführung um circa 15.30 Uhr zugetragen hat in Eisenstadt in der Esterhazy Straße", schilderte Marban noch einmal den Vorfall, der sich in etwa auf Höhe der Rettungseinfahrt des Krankenhauses ereignet habe. Die 88-Jährige sei mit ihrer Pflegerin spazieren gegangen, als plötzlich zwei schwarze Limousinen in deren Bereich gehalten hätten. Eine Frau sei aus einem Wagen gestiegen, habe die Pflegerin weggeschubst. Das Opfer sei anschließend in eines der Autos "verfrachtet" worden, so der Polizeisprecher.

"Wir wissen zum derzeitigen Zeitpunkt, dass es sich um zwei schwarze Fahrzeuge gehandelt hat, mit möglicherweise ausländischem Kennzeichen." Mehr sei zu den Fahrzeugen nicht bekannt. Nach dem Vorfall seien die Täter mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Bergkirche davon gefahren.

Konkrete Hinweise zu den Entführern oder einen möglichen Erpresserbrief bzw. sonstige Kontaktaufnahmen habe es zunächst "überhaupt nicht" gegeben. "Wir ermitteln wirklich in alle Richtungen. Wir haben unmittelbar nach der Tat eine Alarmfahndung ausgelöst, die mittlerweile auch auf internationaler Ebene Fahndungsmaßnahmen nach sich gezogen hat. Das heißt, wir ermitteln wirklich in alle Richtungen", sagte Marban der APA.

"Das ist jetzt der Stand der Dinge. Wir ermitteln auf Hochtouren. Und unsere Hoffnung setzt sich schon auf die Möglichkeit, dass irgendjemand vielleicht diesen Entführungsfall gesehen haben könnte, irgendwelche zweckdienlichen Hinweise machen könnte. Und das kann man: Bei jeder Polizeidienststelle, beim Landeskriminalamt Burgenland - nach Möglichkeit auch anonym, wenn es denn gewünscht ist. Wir sind hier auf jeden kleinsten Hinweis auch angewiesen", hielt der Polizeisprecher fest.

Zur Identität der Entführten wollte die Exekutive auch Stunden nach dem Vorfall keine näheren Angaben machen. "Haben Sie bitte Verständnis. Sowohl aus kriminaltaktischen, aus fahndungstechnischen Gründen als auch zum Schutz des Opfers können wir zu Identität derzeit nichts sagen", sagte Marban. Auf die Frage, ob es in einem Entführungsfall nicht hilfreicher wäre, den Namen des Opfers zu nennen oder etwa ein Foto zu veröffentlichen, sagte er: "Möglicherweise, wenn nähere Umstände bekannt sind. Zum derzeitigen Zeitpunkt haben wir uns entschlossen, dazu nichts zu sagen."

Die Pflegerin der 88-Jährigen wurde bei dem Vorfall nicht verletzt. Ihr gehe es den Umständen entsprechend gut. Wie es der Familie des Opfers gehe, dazu lagen Marban zunächst keine Informationen vor.

Die Hauptermittlungstätigkeit liegt nun beim Landeskriminalamt Burgenland. Etwaige Hinweise werden in die weiteren Ermittlungstätigkeiten einfließen, erläuterte der Polizeisprecher die weiteren Schritte in diesem Fall. "Es wird eine Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft geben und dann hoffen wir doch, dass der bzw. die Täter sozusagen gefasst werden können."

Vom Zeitpunkt der Tat am Nachmittag bis in die Abendstunden gingen zunächst keine weiteren Hinweise - abgesehen von den genannten Erstinformationen - ein. "Aber wir sind permanent und rund um die Uhr mit diesem Fall beschäftigt", so Marban abschließend.

4.05 Uhr - Hintergründe der Tat liegen im Dunklen

Nach der vermeintlichen Entführung der 88-Jährigen auf offener Straße ermittelt die Polizei eigenen Angaben zufolge "in alle Richtungen". "Die Fahndung nach den Tätern läuft auf Hochtouren", sagte Polizeisprecher Helmut Marban am Dienstagabend

Die betagte Frau war am Dienstag um 15.30 Uhr mit ihrer Pflegerin in der Esterhazystraße in Richtung Bergkirche unterwegs gewesen, als plötzlich zwei schwarze Limousinen anhielten und sie einstiegen ließen. Eine Frau, die aus dem zweiten Fahrzeug stieg, ging auf die Pflegerin zu und stieß sie zur Seite. Sie wurde dabei nicht verletzt. Anschließend setzten die drei Personen die 88-Jährige in eine der beiden Limousinen mit vermutlich ausländischem Kennzeichen. Beide Fahrzeuge fuhren mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Bergkirche davon, berichtete die Polizei.

Die Hintergründe der Tat lagen völlig im Dunkeln. So sagte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) am Abend im ORF-"Report", dass mehrere Ermittlungsstränge verfolgt werden. "Zur Stunde ist es nicht wirklich gesichert, ob es sich um eine Entführung im klassischen Sinn handelt."

Groß angelegte Fahndung bis in Bezirk Neusiedl

Die Polizei setze ihre Hoffnungen "auf die Möglichkeit, dass irgendjemand vielleicht diesen Entführungsfall gesehen haben könnte, irgendwelche zweckdienlichen Hinweise machen könnte", sagte Marban.

Vom Zeitpunkt der Tat am Nachmittag bis in die Abendstunden gingen zunächst keine weiteren Hinweise - abgesehen von den genannten Erstinformationen - ein. "Aber wir sind permanent und rund um die Uhr mit diesem Fall beschäftigt", so Marban. In der Nacht auf Mittwoch waren von der Landespolizeidirektion Burgenland auf Anfrage der APA keine neuen Informationen zu erhalten.

Nach dem Vorfall wurde im Raum Eisenstadt bis in den Bezirk Neusiedl am See eine groß angelegte Fahndung gestartet. Zahlreiche schwer bewaffnete Polizisten wurden in der Landeshauptstadt gesichtet. Ein Augenzeuge schilderte der APA, dass nur ungarische Fahrzeuge angehalten wurden und die Beamten die Fahrzeuglenker aussteigen ließen. "Die Fahndung läuft mittlerweile international - in alle Richtungen", sagte Marban.

Jene Frau, die die Pflegerin zur Seite gestoßen hat, wurde als groß, schlank, blond und mit einer Mütze bekleidet beschrieben. Das 88-jährige Opfer trug einen dunkelroten Mantel, eine schwarze Mütze und braune Handschuhe. Die Pflegerin der 88-Jährigen wurde bei dem Vorfall nicht verletzt. Ihr gehe es den Umständen entsprechend gut. Wie es der Familie des Opfers gehe, dazu lagen Marban zunächst keine Informationen vor.

Zur Identität des Entführungsopfers "können wir zum jetzigen Zeitpunkt aus kriminaltaktischen Gründen und aufgrund des Opferschutzes nichts sagen", sagte Marban. Auf die Frage, ob es in einem Entführungsfall nicht hilfreicher wäre, den Namen des Opfers zu nennen oder etwa ein Foto zu veröffentlichen, sagte er: "Möglicherweise, wenn nähere Umstände bekannt sind. Zum derzeitigen Zeitpunkt haben wir uns entschlossen, dazu nichts zu sagen."

Sachdienliche Hinweise, die auf Verlangen auch vertraulich behandelt werden, können an das Landeskriminalamt unter 059 133 10 3333 oder an jede Polizeidienststelle gerichtet werden.

(Die APA berichtet vorerst nicht über die Identität des Entführungsopfers, um die Fahndungsaktivitäten der Polizei nicht zu gefährden.)