Wendung des Schicksals: Von der Straße ins Glück. Der Frauenkirchener Walter Szakall hatte es im Leben nicht immer leicht: Er rutschte wegen einer COPD-Erkrankung in die Obdachlosigkeit. Mit Frau Manuela geht es für ihn in Eisenstadt nun aber wieder bergauf.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 02. Oktober 2020 (05:02)
Hochzeit. Walter und Manuela Szakall haben gemeinsam ihr Glück (wieder) gefunden.
zVg

„Alle sollen sehen, wie glücklich ich jetzt bin“, strahlt Walter Szakall über beide Ohren. Dabei meinte es das Leben nicht nur gut mit dem 61-Jährigen.

Früher war der gebürtige Frauenkirchener Statist in Werbungen, aber auch Serien und Filmen. Zu sehen ist er etwa in SOKO Kitzbühel, „Der Bockerer 3“ oder zuletzt bei „Die Vermessung der Welt“.

Im Laufe der Zeit wurde seine Lungenkrankheit COPD aber schlimmer: „Ich konnte nicht mehr herumlaufen, war immer außer Atem. Also musste ich als Statist aufhören. Leider“, erzählt Szakall.

Ein Rückschlag jagte den nächsten: Zuerst starb seine Mutter, dann ließ er sich zu einer erfolglosen Firmengründung überreden. Die Folge waren Konkurs und Obdachlosigkeit. Ein Freund nahm in Ungarn bei sich auf. Dort waren die Bedinungen allerdings auch nicht rosig, schließlich landete er in seiner Heimatgemeinde Frauenkirchen auf der Straße.

Pannonische Tafel als Wendepunkt

„Nach acht Tagen hat mich ein Polizist an die Gruft verwiesen und mir eine Schlafstelle in Wien organisiert“, erzählt der 61-Jährige von seinen Schicksalschlägen. Dort fand er sich aber nicht richtig zurecht, also kam er in Schützen bei einem Freund unter. Schließlich wurde Herr Szakall auf die Pannonische Tafel aufmerksam. Mit Hilfe der Tafel ging es für ihn endlich wieder bergauf.

Er kam in die Notschlafstelle in der Meierhofstraße in Eisenstadt. „Dort war er dann sozusagen der Hausmeister, hat sich um vieles gekümmert und das beste Erdäpfelgulasch aller Zeiten gekocht“, erinnert sich Pannonische Tafel-Chefin Andrea Roschek.

Bei der Pannonischen Tafel lernte er auch seine Frau Manuela kennen. „Sie war dort als ehrenamtliche Mitarbeiterin. Ich habe ihre laute Stimme um die Ecke gehört, und schon hat es gefunkt“, schildert Szakall das Kennenlernen: „Wir haben uns angefreundet. Später haben wir uns immer im Schlosspark getroffen. Besser gesagt: Versteckt. Ihre Eltern sollten nicht wissen, dass sie einen obdachlosen Freund hat.“

Nach einiger Zeit fiel der Entschluss, es gemeinsam zu probieren. Mit seiner Manuela fand der Pensionist in Eisenstadt schließlich wieder eine Wohnung — und sein Glück. Nach sieben glücklichen Jahren gaben sich die beiden nun vor kurzem das Ja-Wort.