Freundin mit Softgun bedroht: Prozess vertagt. Ein 20-Jähriger hat sich am Donnerstag wegen schwerer Nötigung und unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften vor dem Landesgericht Eisenstadt verantworten müssen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 05. Dezember 2019 (14:34)
Das Justizzentrum Eisenstadt.
Werner Müllner

Der Burgenländer soll seine damalige Freundin im April mit Gewalt und Drohungen zum Verlassen der gemeinsamen Wohnung aufgefordert und ihr dabei auch eine CO2-Pistole an die Schläfe gedrückt haben. Der Prozess wurde vertagt.

Der Mann zeigte sich geständig und bekannte sich schuldig. An die Tat selbst könne er sich aber nicht mehr richtig erinnern. "Ich habe rot gesehen. Es ist alles so schnell gegangen", sagte er vor Gericht. Der 20-Jährige soll seine Freundin mit dem Tod bedroht, zu Boden gedrückt, gewürgt und geschlagen haben, um zu verhindern, dass sie ihn verlasse. Die Frau habe dabei Hämatome am Hals, am Arm und am Daumen erlitten, sagte Richterin Gabriele Nemeskeri.

Weiters soll der 20-Jährige von März 2018 bis November 2019 Drogen unter anderem auch an Minderjährige verkauft haben. Er habe Cannabis, Ecstasy, LSD und ab und zu Speed gekauft, das meiste aber für den Eigenkonsum, sagte der Angeklagte vor Gericht. "Ich habe nur Leuten, die mich gekannt haben und die mich gefragt haben, ob ich etwas besorgen kann, etwas verkauft. Ich habe nicht wirklich etwas dadurch verdient", beteuerte er. Oft habe er Bekannte auch gratis mitkonsumieren lassen.

Von einer Gewerbsmäßigkeit könne man in diesem Fall nicht ausgehen, sagte die Richterin. Der Verteidiger des 20-Jährigen argumentierte außerdem, dass unklar sei, ob der Angeklagte seine damalige Freundin im April tatsächlich mit dem Tod bedroht habe, zumal diese gewusst habe, dass es sich bei der Pistole lediglich um eine Softgun handle. Die Frau, mit der der 20-Jährige auch ein gemeinsames Kind hat, soll nun dazu befragt werden. Der Prozess wurde deshalb auf Mitte Jänner vertagt.