Gastronomie mit Druck zu Innovation: Perner im Gespräch. Menschen und ihre Gewohnheiten ändern sich, die Gastronomie muss mitziehen, verrät Spartengeschäftsführer Franz Perner.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 19. Juni 2019 (04:48)
WK Burgenland
Klartext. Der Experte der Wirtschaftskammer rät Gastronomen zur Innovation.

Für einen Kämmerer drückt sich Franz Perner überraschend deutlich aus. „Heurige haben es heutzutage generell schwer. Die Konkurrenz durch Imbisse und Einkaufszentren-Gastronomie ist hoch. Daher wäre Innovation besonders gefragt“, startet der Geschäftsführer der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Burgenland ohne Umschweife ins Gespräch.

Innovationen in der Gastronomie kann etwa bedeuten, mehrere Gastro-Typen in einem Lokal zu führen. Also günstige Mittagsmenüs, danach „After Work“ Getränke und abschließend ein schickes Abendessen anzubieten.

Einzugsgebiet, Zielgruppe und Parkmöglichkeiten als Erfolgsfaktoren

Einmal das richtige Angebot gefunden zu haben, ist aber auch nur ein Etappensieg. Einerseits entwickeln sich die Geschmäcker auch in Eisenstadt ständig weiter (schon allein mit dem Zuzug kommen neue Stile), andererseits muss man gegen neue Konkurrenz überstehen: „Seit Eisenstadts erstes Kebap-Haus am Domplatz eröffnet hat, haben es schon drei weitere gleich nebenan probiert.“

Geblieben ist das Original, der „Benji“. Dieser habe, erklärt Perner, das „Positionierungsproblem“ gelöst: „Man muss in Eisenstadt mindestens die ersten zwei Jahre von finanziellen Rücklagen leben. Erst dann ist man ‚angekommen‘ und das Geschäft beginnt.“

Werden Heurige ganz aus dem Eisenstädter Ortsbild verschwinden? Die Erfolgsfaktoren lauten: Einzugsgebiet, Zielgruppe und Parkmöglichkeiten. Wer nach Eisenstadt pendelt, will gehobene Gastronomie (Perner: „Deren Angebot ist auch schon bald gesättigt.“), daher sind die Stadt-Heurigen verschwunden und auch die diejenigen in Kleinhöflein und St. Georgen haben es schwer: Ihre Zielgruppe altert.

Es bleibt die Hoffnung: „Heurige brauchen einen Niveau-Sprung. Denken Sie doch an die Heurigen Ihrer Jugend – da hat sich einiges getan!“