Bauer schrieb Beamten-Krimi

Der Großhöfleiner Autor Franz Bauer plauderte mit der BVZ über sein neues Werk und seine Literaten-Familie.

Erstellt am 31. Oktober 2021 | 06:34
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Spätberufen. Hobbyautor Franz Bauer stieg erst spät ins Literatur-Geschäft ein. Mit 63 Jahren will er aber nicht Jung-Autor genannt werden.
Foto: zVg

„Man sollte es nicht allzu ernst nehmen“, beschreibt der Großhöfleiner Hobbyautor Franz Bauer sein neues Werk „Dienstschluss – Der Tod ist die höchste Form der Dienstunfähigkeit“. Das Buch sei eine Satire auf Österreich und die Reste des kakanischen Staates. „Aufgehängt ist das Ganze auf einer Krimihandlung“, ergänzt der 63-Jährige.

„Ich bin seit 40 Jahren als Beamter tätig. Ich war in sehr vielen Arbeitskreisen der Wiener Ministerien unterwegs und dabei laufen einem jede Menge Archetypen über den Weg“, scherzt der Oberamtsrat über seinen Bezug zur Thematik. Sein Beruf brachte einiges an Wartezeit mit sich, diese nutzte Bauer, um sich seine Gedanken und Ideen „von der Seele zu schreiben“ und somit seine ersten Kapitel zu verfassen. „Das hatte den Vorteil, dass mich der Sektionsleiter für einen fleißigen Menschen gehalten hat“, belächelt der Autor.

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Meine Gattin ist eine positive Kritikerin. Sie hilft mir, die nötige Energie und Konsequenz aufzubringen“ Franz Bauer Autor aus Großhöflein

Die Handlung seines aktuellen Werkes spielt an authentischen Wiener Örtlichkeiten. Eine Verbrecherorganisation macht es sich zur Mission „alleinstehende, pensionierte Beamte klammheimlich ins Jenseits zu befördern und deren Pensionsbezüge in die eigenen Taschen umzuleiten“. Der Wiener Statistikbeamte Alex Liszt bekommt davon allerdings Wind und wird zur Zielscheibe. Das Werk besteche insbesondere durch seine Komik und satirischen Exkurse in die österreichische Realität.

„Die ersten Leser haben zumeist herzlich über den Inhalt und die oftmals lustigen Formulierungen gelacht“, beschreibt der Großhöfleiner das bisherige Feedback. Im Buch übt er aber keine scharfe Kritik: „Eher mit Augenzwinkern“, so Bauer. Allerdings ist „Dienstschluss“ nicht seine erste Publikation. Zuvor verfasste der begeisterte Paddelsportler einen Führer zur Leitha mit dem Titel „Naturparadies Leitha - Bootstouren, Radrouten und Wanderungen“. „Jeder Fluss in Österreich wurde bereits aus Sicht der Bootsfahrer beschrieben. Bei der Leitha war dies nicht der Fall“, erläutert der Kanufahrer seine Beweggründe. „In weiterer Folge wurde durch den Führer der ‚Kral-Verlag‘ auf mich aufmerksam.“

Zu schreiben begann der Hobbyautor recht spät. Dazu ermutigt hätte ihn seine Tochter: „Meine Tochter, Theodora Bauer, ist selbst Schriftstellerin, bewegt sich aber in einer anderen Liga. Sie hat mich aber dazu animiert, meine gesammelten Geschichten zu einem Buch zusammenzufassen“, erzählt der 63-Jährige. Neben ihr zählt Franz Bauer auch seine Gattin zu seinen größten Unterstützern: „Sie ist eine positive Kritikerin. Sie hilft mir, die nötige Energie und Konsequenz aufzubringen, die mir bei solchen Vorhaben oft fehlen“, zeigt er sich dankbar.

Kurz nach der Veröffentlichung im Oktober widmet sich Franz Bauer mittlerweile bereits seinem nächsten Projekt: „Das kommende Werk geht eher in Richtung ‚Sachbuch‘. Der aktuelle Arbeitstitel lautet ‚Eva allein zuhaus‘“, verrät der Freizeitautor. Die handwerklichen Fähigkeiten des Pensionisten finden in seiner Nachbarschaft nämlich regelmäßig Gebrauch. „Aus diesem Grund möchte ich nun einen einfachen Leitfaden verfassen, mit dem Laien so weit befähigt werden, ohne gröbere Kapitalschäden, Kleinigkeiten im Haushalt reparieren zu können“, erklärt Bauer. Geplant ist der Ratgeber für das kommende Jahr.

Des Weiteren hofft der Burgenländer in naher Zukunft im ‚Freuraum‘ in Eisenstadt aus seinem aktuellen Werk vorlesen zu dürfen. Auf der Buch Wien wird er außerdem am 12. November beim Verlagsstand des „Kral-Verlages“ eine Signierstunde halten.

Ein hauptberuflicher Einstieg in die Branche steht für den Hobby-Schriftsteller allerdings nicht im Raum: „Als Jung-Autor gehe ich mit 63 leider nicht mehr durch“, gibt er mit einem Lachen zu. „Ich mache es aus Spaß an der Sache.“