Innovative Stadt-Winzer sind krisenfest. Auch die Landwirte aus der Region Eisenstadt halten in Krise zusammen: In Hofläden wollen sie gemeinsam Wein, Gemüse, Käse und Fleisch verkaufen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 15. April 2020 (18:00)
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Wein Symbolbild
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Die Winzer der Stadt leiden einerseits unter Export-Ausfällen, andererseits über die Schließung der Gastronomie. Manche von ihnen setzten daher auf Diversifizierung – was einfach nur ein gescheites Wort für eine gescheite Idee ist.

„Wir merken schon, dass die Nachfrage nach frischem, saisonalem und regionalem Gemüse seit der Coronapandemie gestiegen ist"

So produziert die Landwirtschaftlichen Fachschule im Rahmen ihres Unterrichts Obst und Gemüse, das ab sofort von Montag bis Freitag von neun bis 13 Uhr beim Verkaufskiosk in der Prälat-Gangl-Gasse gekauft werden kann. „Wir merken schon, dass die Nachfrage nach frischem, saisonalem und regionalem Gemüse seit der Coronapandemie gestiegen ist“, freut sich Direktorin Eva Ackerl. Der Verkauf funktioniert völlig kontaktlos. Die Kunden können sich die Ware aussuchen, schreiben die gekauften Produkte in ein Heft und schmeißen das Geld in eine Kasse. „Meistens ist sogar mehr drinnen“, versichert die Direktorin. Im Angebot sind gerade Salate, Radieschen oder Kohlrabi – frisch vom Feld. Denn es kann schon vorkommen, dass das eine oder andere Produkt ausverkauft ist und frisch vom Feld geholt wird.

Auch in Kleinhöflein ist man innovativ: Neben dem eigenen Biowein, Likör und Ziegenkäse bietet der BioHofladen Klampfer nun auch Nudeln, Gemüse, Fruchtaufstriche und Wurstwaren aus befreundeten Bio-Betrieben in der Region an. „Eigentlich wollten wir im Mai damit starten, aber durch die Corona-Situation haben wir schon jetzt damit angefangen“, erklärt Julia Klampfer. „Es freut uns, dass die Idee auf so viel Anklang gestoßen ist“, verrät Julia der BVZ.

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Auf Julia Klampfers Biohof wohnen jetzt auch Baby-Ziegen.
zVg

Über mangelndes Interesse muss sich auch Stefan Kaiser nicht beklagen. Er hat das bekanntes „Sturm-Mobil“ des Weinguts Kaiser Magdalenenhof zu einem Selbstbedienungs-Laden umgebaut. Darin bietet er Produkte befreundeter Bauern an. „Gleich am ersten Wochenende war die Blunzen schon ausverkauft“, freut sich der Jungwinzer über den Zuspruch.