Kein Corona im Joseph Haydn Konservatorium. Ohne Kulturevents haben Studenten oft auch kein Einkommen. Ein Freundes-Verein will hier nun aushelfen.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 30. Oktober 2020 (04:22)
Musizieren mit Maske. Direktor Tibor Nemeth, seine Tochter und HaydnKons- Studentin Sophie sowie Brian Lee aus den USA.
Markus Wagentristl

Das Joseph Haydn Konservatorium ist stolz auf seinen Leitspruch „Small is Beautiful“ („Klein ist schön“): Studenten sind keine Nummer, sondern Musiker. Kurz wird man dann aber doch eine Nummer, zumindest eine Telefonnummer. Die nämlich muss man beim strengen Contact Tracing beim Eingang abgeben. „Wir haben keinen einzigen Corona-Fall“, bestätigt Direktor Tibor Nemeth die Wirksamkeit der Maßnahmen am HaydnKons.

Leicht haben es die Studierenden derzeit nicht, vor allem die Bläser, die nicht nur Töne, sondern auch Viren hinausposaunen könnten. Sie proben unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Das gehe teilweise per Videokonferenz, so Nemeth, die Audio-Technik werde immer besser. Ganz virtuell geht es aber auch nicht, ein Orchester muss immer noch zusammen proben. Für Streicher weniger ein Problem, wie Nemeths Tochter Sophie bestätigt: An das Spielen mit Maske gewöhne man sich, dass die Auftritte Großteils ausfallen, tue aber weh. Schon allein finanziell: Viele Studenten verdienen ihr Geld mit Auftritten, das fällt nun weg. „Zum Glück unterstützen mich meine Eltern“, erzählt Brian Lee. Er kann wegen Corona nicht nach Hause in die USA. Um den Studenten unbürokratisch zu helfen, hat das HaydnKons seinen Freundes-Verein aktiviert (siehe Infobox). Ihm kann man beitreten, oder über ihn Studenten für Firmen- oder private Anlässe buchen. Das Geld geht direkt an die Studenten. Nicht nur „Klein“ ist schön im Haydn-Kons, sondern auch der Zusammenhalt unter Künstlern.