Sitzungsgeld-Verzicht: Gemeinderäte spenden für geflüchtete Familie

Erstellt am 19. März 2022 | 04:43
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8306585_eis11wp_ukraine_hilfe.jpg
Die Familien Yechak, Fedak und Chekes mit Klingenbachs Bürgermeister Richard Frank, Pflegerin Nina Schuller, Gemeindevorständin Eveline Schuller-Frank und Soldat Christoph Fischer.
Foto: Wagentristl
SPÖ-Fraktionäre aus Klingenbach übergaben 650 Euro-Gutschein.
Werbung
Anzeige

„Wir wollten ohne Spendenaufruf schnell und unbürokratisch helfen, daher haben die SPÖ-Fraktionsmitglieder des Klingenbacher Gemeinderats ihr Sitzungsgeld zur Verfügung gestellt“, schilderte der Bürgermeister der Ortschaft und SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Richard Frank der BVZ.

Den Anstoß dazu habe ein Gespräch mit der Leiterin der Wundmanagement-Praxis in Klingenbach, Nina Schuller, gegeben: „Bei der Betreuung der zuckerkranken Großmutter, die erst kurz vor der Flucht eine OP hatte, wurde sie auf die angespannte Situation der Familie aufmerksam.“ Der Diabetikerin mussten unmittelbar vor der Flucht aus der Ukraine Zehen amputiert werden, der Fuß konnte gerade noch erhalten werden. Schullers Patientin war, wie berichtet, mit einer Tochter und sechs Enkelkindern, – die Jüngste ist 19 Monate, der Älteste elf Jahre alt, – nach einer strapaziösen Flucht bei einer in Großhöflein lebenden weiteren Tochter aufgenommen worden. Mittlerweile wurde den Geflüchteten von einem Leithaprodersdorfer Immobilien-Investor eines der vielen leer stehenden Häuser am Oberberg in Eisenstadt zur Verfügung gestellt.

Aktuell bemüht sich die Familie um Plätze in Kindergarten und Volksschule. Dazu muss nicht einmal ein Asylantrag gestellt werden, lediglich eine Meldung bei der Gemeinde ist dafür notwendig.

Sobald es möglich ist, will die Familie wieder zurück in die Ukraine. „Wir leben am Land, hier ist die Lage weniger schlimm. Meine Schwester versorgt die Kühe und produziert weiter Milch und Käse für die Dorfbevölkerung“, erzählt Mariya Tobler-Yevchak stolz.

Werbung