Komturkreuz & Martinsorden: Doppelte Ehrung für Niessl. Über 18 Jahre hat er Auszeichnungen des Landes vergeben, am Mittwoch stand Burgenlands Altlandeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) selbst im Mittelpunkt einer doppelten Ehrung:

Von APA Red. Erstellt am 10. April 2019 (21:33)

Landeschef Hans Peter Doskozil (SPÖ) verlieh ihm beim Festakt im Sitzungssaal des Landtages das Komturkreuz mit Stern. Zuvor hatte Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics Niessl im Bischofshof mit dem St. Martinsorden in Gold geehrt.

Noch bevor Doskozil seinen Vorgänger für dessen Verdienste um das Burgenland würdigte, durfte Niessl im Wandelgang vor dem Sitzungssaal sein eigenes Porträt enthüllen, das vom burgenländischen Maler Sepp Laubner stammt. Die Frage, ob es schwer sei, den Landeshauptmann auf die Leinwand zu bringen, bejahte der Künstler:

"Kleine Nuancen in einem Schatten verändern schon die Stimmung, den Ausdruck, das Wesen des Gesichts." Herausgekommen sei schließlich "ein sympathischer Hans Niessl", meinte Laubner über sein Werk.

Beim Festakt erinnerte Doskozil an wichtige Momente in Niessls Amtszeit und würdigte dessen persönlichen Einsatz. Als er 2008 die Chance bekommen habe, beim damaligen Landeschef im Büro mitzuarbeiten, habe er Niessls Arbeitstempo bewundert. Dessen Tage seien gestaltet gewesen, "als gäbe es kein morgen - es gab keine Rücksicht auf persönliche Interessen und private Termine".

Doskozil: "Stets vor Burgenland gestellt"

Er habe einige Zeit gebraucht, um in diesen Arbeitsrhythmus einzutauchen: "Heute verstehe ich es", fügte Doskozil hinzu. Niessl habe sich in wichtigen Fragen, etwa bei Plänen für ein Erstaufnahmezentrum in Eberau, stets "vor das Burgenland gestellt" und es auch in politisch schwierigen Zeiten geschafft, für stabile Verhältnisse zu sorgen. Es sei "selbstverständlich, Danke zu sagen" und am Ende der politischen Karriere die höchste Auszeichnung des Landes zu verleihen, meinte Doskozil: "Du hast es Dir für Deine Leistungen für das Land Burgenland verdient."

Den Dank und die Wertschätzung, die ihm heute zuteilgeworden seien, könne er nur an die Burgenländerinnen und Burgenländer weitergeben - denn diese hätten Außerordentliches geleistet, sagte Niessl. Der Altlandeshauptmann erinnerte sich an den Beginn seiner Amtszeit: "Eine ganz große Herausforderung war, das Bank Burgenland-Erbe zu bewältigen." Über sein Leben nach der Politik meinte der Alt-Landeshauptmann: "Ich lerne jeden Tag dazu." Wenn man früher 80 Stunden in der Woche gearbeitet habe und nun seien es 60, dann sei das "fast schon entspannend".

Auszeichnung der Diözese Eisenstadt erhalten

Vor dem Festakt im Landhaus war Niessl Gast bei Bischof Zsifkovics, der ihm die höchste Auszeichnung der Diözese Eisenstadt überreichte. Der Bischof würdigte dabei Niessl als "stets verlässlichen, engagierten und hilfsbereiten Partner der Diözese Eisenstadt."