Kreativ im Weingut. Die Corona-Krise machte die Winzer erfinderisch, die Innovationen reichen von Übernachtungsmöglichkeiten bis Yoga.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 10. Juni 2021 (04:30)

Corona machte auch vielen Winzern einen Strich durch die Geschäftsrechnung. Aber anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, wurden das Winzerschlössl Kaiser in Kleinhöflein und das Weingut Lichtscheidl in St. Georgen innovativ. Stefan Lichtscheidl und Kurt Kaiser haben in der Coronazeit kräftig investiert und sich mit Gästezimmern bzw. Apartments ein zweites Standbein aufgebaut. Das „WeinApart“ in Kleinhöflein ist schon fertig, in St. Georgen entstehen gerade fünf Zimmer mit je zwei Betten sowie ein Verkostungsraum.

„In der vergangenen Woche hatten wir schon die ersten Gäste, die waren schwer begeistert“, ist Kurt Kaiser stolz. Er hat bei der Einrichtung seines großen Appartements mit drei Doppelbetten und einem großen Bad auf Qualität gesetzt, diese macht sich jetzt bezahlt. „Die Menschen wollen weg von der Größe, hin zum Kleinen und Qualitätsvollen. Dazu punkten wir mit Wein, unseren Schafen und der Seenähe“, ist er überzeugt.

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„Ein zweites Standbein für die Winzer und eine neue Facette im Eisenstädter Tourismus“, gratulierte Bürgermeister Thomas Steiner mit Joe Weidinger, Ruth Klinger-Zechmeister und Birgit Tallian Kurt und Silvia Kaiser (oben) sowie mit Heidi Hahnekamp Stefan und Martina Lichtscheidl.
Birgit Machtinger

Wie hoch die Nachfrage ist, sieht man auch in St. Georgen. „Wir müssen am 1. Juli mit den Umbauarbeiten fertig sein, denn da haben wir schon die ersten Reservierungen“, lacht Stefan Lichtscheidl. Fünf Gästezimmer mit zehn 10 Betten und Dachterrasse sollen Weinfreunde wie Sommertouristen nach St. Georgen locken.

Die Krise brachte auch unerwartete Kooperationen, etwa die zwischen der Bio-Winzerin Julia Klampfer aus Kleinhöflein und der Yoga-Lehrerin Michaela Klaus aus Steinbrunn. Sie machen nun „Yoga im Weingarten“. „Die Idee zum Yoga im Weingarten kam beim Ziegenstreicheln“, lacht Julia Klampfer: „Wir haben einen Biohofladen, wo wir unsere Bio-Weine und die Produkte anderer Bio-Bauern aus der Umgebung verkaufen. Michaela hat hier eingekauft und so haben wir uns kennengelernt.“ Klaus ist von der Natur begeistert: „Gleich hinter dem Hof sind das Ziegengehege und die Weingärten, ein Rückzugsort. Dort verwandelt sich die Wiese jetzt jeden Samstag in ein Outdoor-Yoga-Studio. Am 3. Juli starten wir, dazu gibt es einen Bio-Brunch mit Produkten aus dem Hofladen.“