Kunst auch am Land. Der Eisenstädter Künstler Victor Sales plant nach der TransformArte seine nächste große Ausstellung. Die BVZ traf sich mit ihm in seinem Atelier zum Gespräch.

Von Reinhold Woditsch. Erstellt am 26. Oktober 2019 (12:16)
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Kurz nach dem Betreten von Víctor Sales lichtdurchflutetem Atelier in Donnerskirchen ist der Künstler bereits in Medias res. Anhand der dort ausgestellten Bilder erklärt er seine Technik: „Photographie hat mir schon immer gefallen, doch irgendwann wurde mir das einfache Drucken zu wenig. Mittlerweile arbeite ich auf Metall, ätze verschiedene Formen in meine Bilder und gebe ihnen so verschiedene Ebenen.“

Von Guatemala nach Eisenstadt

Die Liebe hat den aus Guatemala stammenden Künstler ins Burgenland verschlagen. Mit seiner Frau Nora Demattio lebt der 38jährige in Eisenstadt und pendelt viel zwischen Wien und dem Burgenland: „Ich bin in einer Großstadt aufgewachsen und schätze Eisenstadt sehr. Aber natürlich brauche ich auch den Trubel der Stadt. Das Burgenland ist weit genug von der Stadt entfernt, dass ich zur Ruhe kommen kann und nahe genug, um sie zu genießen,“ beschreibt er seine persönliche Balance zwischen den Orten.

„Kultur muss nicht immer nur in der Großstadt passieren“, Víctor Sales

Gemeinsam hat das Paar mit der TransformArte vor zwei Jahren die erste Kunstmesse ins Burgenland gebracht, die heuer in der zweiten Auflage im Gebäude der ehemaligen PädAk Eisenstadt stattfand. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die Messe im Burgenland zu machen, denn Wien ist mit solchen Veranstaltungen etwas übersättigt. Außerdem wollen wir in den Köpfen der Leute verankern, dass Kultur nicht immer nur in der Großstadt passieren muss,“ erklärt Sales. „Eisenstadt ist super zum Leben, aber das moderne, kulturelles Angebot ist eher dünn. In Gesprächen mit den Menschen hier sehe ich aber, dass es durchwegs Nachfrage gibt, deshalb sehe ich nicht nur ein großes Potential für die Stadt, sondern bin sogar überzeugt, dass sich das in den kommenden Jahren ändern wird.“

Über Restprodukte der Werbung in die Kunst

Auf die Frage, inwiefern sich der Umzug in ein 16 Flugstunden entferntes Land auf seine Kunst ausgewirkt hat, meint er: „Ich hatte auch in meiner Heimat bereits verschiedenste Künstler in meinem Freundeskreis und viel künstlerisch gearbeitet. Aber hier konnte ich mich erst richtig entfalten und habe so zu meinem Stil gefunden. Das hat weniger mit dem Ort, sondern eher mit einer persönlichen Evolution zu tun. Zunächst habe ich in Österreich nämlich rund drei Jahre lang in der Werbung gearbeitet. Dort gab es oft diverse Materialreste, die es mir erlaubten, sehr viele verschiedene Techniken auszuprobieren. Davon konnte meine Kunst profitieren und ich entwickelte meinen jetzige Arbeitsweise.“