Mann wegen Vergewaltigung der Nichte vor Gericht. Ein 42-jähriger Mann aus dem Nordburgenland hat sich am Montag wegen versuchter Vergewaltigung und schwerem sexuellen Missbrauch von Unmündigen vor Gericht verantworten müssen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 18. Juni 2018 (13:40)
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Der Angeklagte soll im Sommer 2016 die 13-jährige Nichte seiner Ehefrau bei sich zu Hause bedrängt haben. Der 42-Jährige meinte dazu allerdings. "Ich bin absolut unschuldig". Die Verhandlung wurde vertagt.

Das Mädchen war "wie mein Kind", meinte die Ehefrau des Angeklagten. Jetzt, nach der Anzeige, sei es allerdings "für mich gestorben. Sie darf auch nicht mehr kommen, wenn ich sterbe", so die 36-Jährige vor dem Schöffensenat unter Vorsitz von Richtern Doris Halper-Praunias.

Lange Zeit sie die zum Tatzeitpunkt 13-Jährige immer wieder zu Besuch zu ihnen gekommen, habe dort auch mehrere Nächte mit den drei kleinen Kindern in deren Kinderzimmer im Obergeschoß geschlafen. Im Juli allerdings - gab das Mädchen bei der Befragung an - habe es im Wohnzimmer auf der Couch geschlafen. Der nun 42-Jährige sei hinuntergekommen ins Wohnzimmer, habe der 13-Jährigen die kurze Hose ausgezogen, das Leiberl raufgeschoben und habe versucht in sie einzudringen. Das Mädchen habe das nicht gewollt, habe ihn schließlich wegstoßen und weglaufen können, trug Staatsanwältin Petra Bauer vor.

Der Angeklagte selbst bestreitet dies vehement. "Nein, das ist nicht passiert. Wir haben wegen der Fernbedienung gestritten. Da war ich ein bisschen grob und hab sie beim Arm angegriffen. Danach habe ich mich bei ihr entschuldigt." Einen weiteren Vorfall im August - er soll die 13-Jährige leicht am Po und auf der Schulter bzw. im Nacken berührt und auf türkisch "Ich liebe dich" gesagt haben - bestritt er ebenfalls. Man habe sich damals gestritten, weil sie nur den beiden Töchtern ein Eis gegeben habe, nicht aber seinem kleinen Sohn, der daraufhin weinte.

Die Ehefrau des Angeklagten verstrickte sich vor Gericht in Widersprüche. Sie habe nur von dem späteren Vorfall erfahren und die Mutter des Mädchens hätte selbst gemeint, man könne ihr das nicht glauben. Dennoch sei für die 36-Jährige "die Welt zusammengebrochen", als sie von den Vorwürfen erfuhr. Als ihr ihre Schwägerin alles erzählt habe, "war's aus für mich. Das war ein kompletter Schock". Nachdem sie allerdings mit ihrem Mann gesprochen hätte, glaube sie der Nichte nicht. Der Angeklagte selbst vermutete Geldgier bzw. Rache der Mutter der 13-Jährigen hinter der Anzeige.

Ein Zeuge - der Schwager des 42-Jährigen - meinte vor Gericht: "Wir sind Muslime. Für uns ist das ein sehr schlimmes Delikt. Da wurde nicht viel darüber gesprochen. Ich bin ehrlich, ich glaub's nicht. Ich würde meine fünfjährige Tochter auch alleine bei ihm lassen. Ich habe keinen Vertrauensbruch von ihm gesehen. Er ist ein sehr liebevoller Mensch, ein sehr liebevoller Vater. Er schaut auf seine Kinder." Auf Nachfrage einer Schöffin sagte er außerdem: "Wir haben kurz gesprochen. Ich habe gefragt, ist da was Wahres dran und er hat 'Nein' gesagt - und ich glaube ihm das auch. Er ist kein schlechter Mensch."

Der Prozess wurde auf den 10. September vertagt. Weitere Zeugen sollen geladen werden. Außerdem soll dann auch die kontradiktorische Vernehmung des Mädchens via Video gezeigt werden.