Massentest-Geld gespendet

Gemeinderäte, die beim Massentest mitgeholfen hatten, spenden nun ihre Aufwandsentschädigung.

Markus Kaiser
Markus Kaiser Erstellt am 25. Dezember 2020 | 03:36
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Oben: Bürgermeister Thomas Steiner mit Stadträtin und Stadtbezirksvorsteherin Heidi Hahnekamp sowie den Gemeinderäten Gerald Hicke und Andrea Zänglein (v.l.). Unten: Der Verein „Eisenstadt hilft“ mit den Vorständen Thomas Steiner und Renée Maria Wisak (SPÖ) freute sich über die Spende von 900 Euro. Stadtgemeinde; Archiv
Foto: zVg

„Ich hab’s ja nicht wegen dem Geld getan, ich hab nicht einmal gewusst, dass es dafür Geld gibt“, erklärt St. Georgens Stadtbezirksvorständin Heidi Hahnekamp in ihrer gewohnt bodenständigen Art. Sie hat freiwillig mit den Gemeinderäten Gerald Hicke und Andrea Zänglein (alle ÖVP) bei den Corona-Massentests mitgeholfen. Die Aufwandsentschädigung – insgesamt immerhin 900 Euro – spendete das Trio an den überparteilichen Sozialverein „Eisenstadt hilft“. „Es gibt in diesenZeiten leider genug Eisenstädter, die das Geld dringend brauchen“, seufzt Hahnekamp.

Was sie noch mehr zum Seufzen bringt, ist aber ihre Bilanz über die Massentests. Während man in Eisenstadt selbst mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis von über 30 Prozent der testbaren Einwohner zufrieden ist, macht Hahnekamp die Altersstruktur Sorgen: Besonders die jungen Menschen seien dem Test fern geblieben, während Senioren brav gekommen seien.

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Oben: Bürgermeister Thomas Steiner mit Stadträtin und Stadtbezirksvorsteherin Heidi Hahnekamp sowie den Gemeinderäten Gerald Hicke und Andrea Zänglein (v.l.). Unten: Der Verein „Eisenstadt hilft“ mit den Vorständen Thomas Steiner und Renée Maria Wisak (SPÖ) freute sich über die Spende von 900 Euro. Stadtgemeinde; Archiv
zVg

Familien-Fest dank Corona-Test

Bei einem Test-Erlebnis kommen Hahnekamp noch heute die Tränen: „Eine ältere Dame ist zum Test gekommen. Sie war fast schon 90 Jahre alt und konnte nicht mehr gut gehen. Aber sie ist extra mit dem Taxi gekommen und dann mit dem Rollstuhl ins Allsportzentrum weitergefahren, nur um sich testen lassen zu können“, erzählt Hahnekamp, die mit der älteren Eisenstädterin beim Warten ins Reden kam. „Wissen Sie, hat mir die Dame gesagt, jetzt habe ich habe zwei Weltkriege überlebt. Aber so etwas habe ich noch nicht gesehen“, plauderte die Dame. Sie habe ihre Enkel heuer kaum gesehen, diese achten penibel darauf, die Großeltern nicht anzustecken. „Aber jetzt lassen wir uns alle testen und können dann Weihnachten gemeinsam feiern“, freute sich die Seniorin bereits.

Um so vehementer widerspricht Hahnekamp daher dem Argument der Test-Gegner, dass die Tests Nasenbluten verursachen: „Ich war jeden Tag vor Ort und bin selbst zweimal getestet worden. Man hat kurz einen unangenehmen Geschmack im Rachen, aber das war‘s.“