"Zwangs-Rasur" für Nebenbuhler

Friseur aus dem Raum Eisenstadt wollte an Nebenbuhler Rache nehmen: „Habe die Geduld verloren“

Erstellt am 25. Februar 2021 | 05:55
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Racheakt: Der Friseur aus dem Raum Eisenstadt wollte einen Nebenbuhler um seine Haarpracht bringen. Jetzt steht der zweifach Vorbestrafte vor Gericht.
Foto: Symbolfoto: Andriiii, shutterstock.com

„Ich bin sehr heikel auf meine Haare“, sagte der 28-jährige Mann aus dem Bezirk Mattersburg. Seit Beginn der Corona-Zeit lasse er sein Haupthaar wachsen.

Am 31. Oktober 2020 wäre die Haarpracht beinahe der Eifersucht eines 27-jährigen Friseurs zum Opfer gefallen.

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Dieser musste sich mit seinem 23-jährigen Bruder wegen Nötigung, gefährlicher Drohung und Körperverletzung vor Richterin Doris Halper-Praunias verantworten.

Früher waren der 28-Jährige und der 27-Jährige gute Freunde. Dann endete die Freundschaft. „Trotzdem war er in meiner On-Off-Beziehung mit meiner Freundin oft ein Thema“, sagte der Friseur. „Einen Besseren konnte sie sich nicht aussuchen, dass ich die Kontrolle verliere.“

Von März bis September 2020 hatte der 28-Jährige ein Verhältnis mit der „On-Off“-Freundin des Friseurs. „Dann ging sie wieder zu ihm zurück“, berichtete der 28-Jährige.

Am 31. Oktober stellte der Friseur den Nebenbuhler in seinem Geschäft zur Rede. „Er hat aber nicht aufgehört zu lügen. Da verlor ich die Geduld“, sagte der Angeklagte.

Der Friseur nahm den Rivalen in den Schwitzkasten, zückte die Haarschneidemaschine und setzte zur Haarrasur an.

Damit war auch bald wieder Schluss: Die Haarschneidemaschine war nicht aufgeladen. „Wenn die Maschine funktioniert, habe ich auch gleich eine Glatze!“, beklagte sich der 28-Jährige. So blieb es bei einem Cut am Hinterkopf.

„Vor lauter Zorn hat er mir dann auf die Nase gehaut!“, schilderte der 28-Jährige den weiteren Verlauf. Die Nasenbeinprellung schmerzte vier Wochen lang. 2500 Euro soll ihm der Friseur bezahlen.

„Ich wollte ihm nicht wehtun, sondern nur eine kleine Lektion erteilen“, behauptete der Angeklagte.

Der 28-Jährige sei an einem Spind und am Türstock angelaufen und habe sich dabei selbst verletzt. Der Bruder des Friseurs war angeklagt worden, weil er den 28-Jährigen festgehalten haben soll, als dieser den Schlag auf die Nase versetzt bekam.

Der Strafprozess war bereits weit fortgeschritten, als der Verteidiger der Brüder, Florian Astl, mit einem Video herausrückte.

Die Szenen, aufgenommen von einer Überwachungskamera, entlasteten den Bruder. Dieser wurde formell freigesprochen.

Gegen den Friseur wurde die Anklage erweitert: Er soll dem Rivalen Anfang Februar 2021 Audiobotschaften zukommen haben lassen, die im Gerichtssaal vorgespielt wurden. „…dann blutest du, ich mach dich fertig!“, drohte der Friseur. Und: „Die Welt ist klein und das Burgenland ist noch kleiner. Ich werde dich finden!“

Der Prozess wurde vertagt.