Musikalischer Abschied von Renate Bedenik

Für Musikschuldirektorin Renate Bedenik naht nach 37 Jahren die Pension. Nachfolgersuche läuft.

Erstellt am 03. Juni 2019 | 12:43
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Musikalisch bunt. Renate Bedenik (2.v.r.) mit Lehrerin Kerstin Zach, Bürgermeister Thomas Steiner und Landesmusikschulreferent Gerhard Gutschik beim vorjährigen Faschingskonzert der Zentralmusikschule.
Foto: Sorger

Im Musikschulwesen des Bezirks geht mit dem heurigen Schuljahr eine Ära zu Ende: Renate Bedenik, die die Zentralmusikschule Eisenstadt seit ihrer Gründung 1991 leitet, wird sich mit dem Sommer Schritt für Schritt in den Ruhestand verabschieden.

Bedenik, für die es „immer wichtig war, die Schule voranzubringen und den Schülern eine musikalische Ausbildung zu ermöglichen, die bis ins Erwachsenenalter Spaß macht“, startete ihre Karriere 1978 in der Musikschule Donnerskirchen: „Dort habe ich gleich nach der Matura, in meinem ersten Studienjahr, mit dem Unterrichten begonnen – Blockflöte und musikalische Früherziehung mit viel Kreativität, weil es das bei uns damals noch nicht gab. Und schon in meinem letzten Studienjahr, 1982, habe ich vertretungsweise die Leitung übernommen“, erinnert sie sich. Aus der Vertretung wurde ein fixer Leitungsposten.

Ideen gehen Bedenik sicher nicht aus

Und dann kam Eisenstadt: Nachdem die damalige Landesmusikschule ins Joseph Haydn Konservatorium übergegangen war und dort aufgrund einer Gesetzesänderung die Ausbildung von Studenten in den Vordergrund rückte, bat der damalige Eisenstädter Vizebürgermeister Heinz Kittelmann Renate Bedenik, eine Musikschule in Eisenstadt zu gründen: „Auf Anhieb meldeten sich gleich rund 200 Kinder an, aber es gab keinerlei Infrastruktur. Schließlich haben wir in einem alten Kartenkammerl eine Direktion eingerichtet und uns das Konferenzzimmer und die Klassenräume mit den Lehrern der Volksschule geteilt.“ Mittlerweile hat die Zentralmusikschule einen eigenen Zubau mit neun Klassenräumen und einem Konzertsaal erhalten, der täglich genutzt wird. Worauf ist die Direktorin, die einst Blockflöte, Akkordeon und Klavier unterrichtete, besonders stolz? „Auf die gesamte Schule! Die Zentralmusikschule ist mein Baby, das sich von 91 Kindern in Donnerskirchen zu mittlerweile 1.400 Schülern und 17 Außenstellen entwickelt hat. Aber besonders stolz bin ich darauf, dass wir als erste Einrichtung im Burgenland ein komplettes Register im Bereich Jazz/Pop/Rock hatten – auch Lehrer, die heute am Konservatorium unterrichten, haben bei uns angefangen.“

Bedeniks Nachfolger wird derzeit in Hearings durch das Burgenländische Musikschulwerk ermittelt und soll bereits in die Ferienarbeit – also die Information neuer Schüler, dass sie aufgenommen wurden, Klasseneinteilung und vieles mehr – eingebunden werden. Obwohl Bedenik eigentlich erst mit Ende Dezember in Pension geht, will sie sich vor Beginn des neuen Schuljahres bereits aus der Leitung zurückziehen.

Die Zeit der Pension kann sie sich „noch nicht wirklich vorstellen“: „Ich werde aber mein Singen weiter vorantreiben und vielleicht auch meine Chorleitertätigkeit wieder ausüben – dann aber eher in kleineren Ensembles. Und unsere kleine Idylle in Zillingtal, ein ehemaliges Gasthaus, würde ich gerne gemeinsam mit meinem Mann mit Hauskonzerten beleben“, so Bedenik.