Myopie: Die kommende Kurzsichtigkeit

2050 könnten bad 60 Prozent der Menschen kurzsichtig sein. Ein Grund: Handys.

Markus Kaiser
Markus Kaiser Erstellt am 19. April 2021 | 05:25
Eisenstadt-Optiker warnt - Myopie: Die kommende Kurzsichtigkeit
Viel Arbeit. Augenoptikermeister Franz Pospischill dankt seinem Team (hier mit Doris Wilde), dass dieses sich trotz Pandemie so gut um die Sehbedürfnisse der Eisenstädter kümmert. Foto: Markus Wagentristl
Foto: Markus Wagentristl

„Jetzt bin ich seit 40 Jahren Optiker, 20 Jahre davon hier in Eisenstadt, aber wie krisensicher meine Branche eigentlich ist, hab ich erst jetzt wirklich zu schätzen gelernt“, erzählt Franz Pospischill der BVZ.

Optiker zählen zu den Gesundheitsberufen, sein Geschäft, Optik Oswald in der FuZo, darf er also offen lassen. Am Vormittag ist regulärer Kundenbetrieb, am Nachmittag gegen Voranmeldung. „Das macht das Geschäft Corona-sicher und hat gleichzeitig die Beratungsqualität deutlich erhöht. Den Kunden ist beides sehr wichtig“, erzählt Pospischill.

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„Statt in die Weite, schauen wir auf immer kleinere Bildschirme“,warnt Optiker Franz Pospischill vor einem rasanten Anstieg der Kurzsichtigkeit.

Natürlich leide auch er an der Krise, das Laufkundengeschäft ist fast gänzlich weggebrochen, Sonnenbrillen und Kontaktlinsen werden im Internet bestellt. „Das ist eben in der Pandemie so, auch wenn ich davon abraten würde, da die Linsen regelmäßig eingestellt werden sollten“, betont der erfahrene Optiker.

Die Krisensicherheit hat aber auch eine zweite Quelle: Die Kurzsichtigkeit steigt enorm an. Während derzeit etwa jeder Dritte daran leidet, könnten 2050 schon fast zwei Drittel aller Menschen an Myopie leiden, warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Eine deutsche Studie attestiert bereits jetzt jedem zweiten Jugendlichen Kurzsichtigkeit. Zwar gebe es innovative neue Behandlungsmöglichkeiten, wie Kontaktlinsen, die nur während des Schlafens getragen werden müssen („Dreamlens“), aber das Grund-Problem ist: „Wir schauen nicht mehr in die Weite, sondern auf immer kleiner werdende Bildschirme“, erklärt Pospischill. Jugendliche würden selbst das große TV- für das kleine Handy-Display tauschen.

Aber auch hier könnte die Pandemie eine Lösung sein: Außer Rausgehen und in die Weite schauen, kann man derzeit ja wenig machen.