Petition am Stadtrand. Bei Bellaflora sollen sich weitere Betriebe ansiedeln. Grüne, die einst für Umwidmung stimmten, starteten Petition dagegen.

Von Nina Sorger. Erstellt am 02. August 2018 (05:19)
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Betriebsfläche. Insgesamt 60.000 Quadratmeter sind in der Ried Hundsgrasäcker für Betriebsansiedelungen erschlossen.
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Die Kleinhöfleiner Ried Hundsgrasäcker beim Möbelhaus Kika soll sich zu einem weiteren Betriebsgebiet entwickeln. Den Anfang machte die Ansiedlung des Pflanzenmarktes Bellaflora im Vorjahr.

Doch im Zuge dessen hat die IVB – Immobilienvermarktung und Bauträger GesmbH, der das Areal großteils gehört, eine Fläche von insgesamt 60.000 Quadratmetern aufgeschlossen. Wie zu hören ist, soll es bereits diverse Interessenten geben, die in dem Gebiet Märkte errichten wollen, darunter die Diskontkette Lidl. Laut IVB sei man hier „mit mehreren in Verhandlungen“. Diese Entwicklung ruft Eisenstadts Grüne auf den Plan. Sie haben eine Petition gegen den weiteren Bau von neuen Einkaufszentren am Stadtrand gestartet, nachdem im Gemeinderat die Freigabe von Bauland beim StopShop Center und in der Ried Hundsgrasäcker beschlossen wurde. Allerdings: Die betreffenden Grundstücke wurden bereits vor Jahren als Erweiterungsgebiet gewidmet – auch mit den Stimmen der Grünen.

„In der Gemeinderatssitzung vom 13. März 2007 wurde der einstimmige Beschluss gefasst"Thomas Steiner

Gemeinderätin Anja Haider-Wallner erklärt, ihre Fraktion habe „dennoch dagegen gestimmt, um ein Zeichen zu setzen. Für die Belebung der Ortskerne, den Erhalt von fruchtbarem Ackerland und weniger Verkehrsbelastung.“ Sie fordert, die Bautätigkeit am Stadtrand einzuschränken, um auch Überflutungen als Folge von Flächenversiegelung zu verhindern.

Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) kontert: „In der Gemeinderatssitzung vom 13. März 2007 wurde der einstimmige Beschluss gefasst, die Flächen in Betriebsgebiet umzuwidmen. Die Grünen haben also selbst den Grundstein für die derzeitigen Betriebsansiedelungen mitgelegt! Jetzt eine Petition dagegen zu starten, zeigt einmal mehr die Kurzsichtigkeit der Grünen und entlarvt das politische Kalkül dahinter. Außerdem ist die Petition eine Aufforderung zum Amtsmissbrauch: Weil Baubewilligungen zu erteilen sind, wenn die entsprechenden Pläne vorhanden sind und den jeweiligen Widmungen entsprechen.“

Bis dato haben 100 Unterstützer die Petition online unter tinyurl.com/Petition-Eisenstadt unterschrieben. Die Grünen sammeln noch bis September Unterschriften.