Skaten: Heimspiel auf vier Rädern

Da die Wiener Skateboarder-Szene von Exil-Burgenländern dominiert wird, machten diese eine Burgenland-Tour inklusive Video. Die BVZ sprach mit Lucas Jankoschek.

Reinhold Woditsch Erstellt am 15. Januar 2021 | 03:24
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Lucas Jankoscheks Video ist gratis zu sehen unter: abdmagazine.com.
Foto: Jan Federer

Als die beiden Zwillinge Lucas und Fabian Jankoschek vor rund 15 Jahren ihre ersten Runden am Skateboard im Eisenstädter Skatepark drehten, dachten sie wohl noch nicht daran, dass die „Bretter“ einen so starken Einfluss auf ihr Leben haben werden. Mittlerweile leben beide in Wien und Lucas hat mit seiner „Turtle Crew“ eine Gruppe an talentierten Skatern um sich formiert, die mit ihren Videos österreichweit in der Szene bekannt geworden ist.

Das Multitalent macht dabei alles selbst: Vom Skaten über das Filmen bis hin zu den kleinen Animationen und der Musik. Letzten September fanden sich einige Skater der Turtle Crew in der alten Heimat ein und filmten einen Burgenland-Videoclip: „Aufgrund der starken Reisebeschränkungen und der angespannten Lage haben auch wir eine Alternative zu unseren üblichen Auslandsaufenthalten finden müssen. Einige Skater aus unserer Gruppe haben im Burgenland zu skaten begonnen und sind dann nach Wien gezogen. Der Folgeschluss war einleuchtend – endlich wieder einmal Urlaub ‚daheim‘ zu machen und in der altbekannten Gegend zu skaten“, erklärt Lucas die Idee zur Reise.

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„Würde es mehr Toleranz und Angebot für die Jungen geben, würden weniger nach Wien ziehen.“ Lucas Jankoschek

Prinzipiell sind die Skater natürlich bevorzugt in den Großstädten dieser Welt unterwegs, trotzdem finden sie auch durchaus Gefallen am Burgenland: „Hält man seine Erwartungen niedrig, kann man prinzipiell überall skaten. Egal, ob auf einem Parkplatz, auf der Straße oder in einer Garage – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Nach einigen Jahren auf dem Skateboard entwickelt man allerdings etwas höhere Ansprüche, dass das Burgenland da nicht mit riesigen Metropolen mithalten kann, ist natürlich klar“, so Jankoschek.

Für das Burgenland selbst wünscht er sich etwas mehr Offenheit gegenüber der Jugend: „Würde es mehr Toleranz und Angebot für die Bedürfnisse der Jungen geben, würden weniger nach Wien oder in andere Städte ziehen, wodurch das Land wiederum einen kulturellen Mehrwert aus dem Potenzial junger Leute schöpfen könnte. Durch die Brille von Skatern bedeutet dies natürlich auch die Errichtung von zeitgemäßen Skateparks.

Während in Wien pro Jahr mehr als vier neue Parks entstehen, ist es traurig mitanzusehen, dass im gesamten Burgenland nur drittklassige Skateparks herumstehen, von denen die meisten noch dazu in einem entsetzlichen Zustand sind. Würde es wenigstens in Eisenstadt einen qualitativ neuwertigen Skatepark geben, wäre das schon ein großer Schritt. Wie man im sehr gut besuchten Eisenstädter Skatepark sehen kann, ist die Zielgruppe dafür vorhanden.“ Gespräche mit dem Rathaus über eine neue Anlage laufen bereits. Lucas: „Wir sind gespannt und freuen uns auf die Umsetzung.“