Spital-Streit über Millionen-Forderung: Gericht am Wort. Das Krankenhaus Eisenstadt geht von der Klage gegen das Land nicht ab. Auch politisch wird immer heftiger diskutiert.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 06. November 2019 (06:08)
Hafner
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt

Der Zankapfel ist die Apotheke „Zum Granatapfel“: Weil das Land zu hohe Medikamenten-Preise vermutet und keinen Einblick in die ausgegliederte Apotheke des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt bekommt, wird ein Teil der vereinbarten Zahlungen zurückgehalten (siehe unten). Das Spital konterte mit einer Klage über 33,2 Millionen Euro.

Nun appellierte SP-Geschäftsführer Roland Fürst „die ausgestreckte Hand anzunehmen“, zugleich fordert er Transparenz: „Hier geht es um Steuergeld.“ Auch die FPÖ steht auf der Seite des Regierungspartners. Seitens des Krankenhauses wiederum verweist man darauf, dass die Apotheke ein eigenständiger Betrieb sei, dessen Dienstleistung zugekauft werde. Differenzbeträge bei Medikamenten seien nicht vergleichbar mit den Kosten in den KRAGES-Häusern.

Die ÖVP fordert, wie auch die LBL, ein Einlenken des Landes: „Es geht um die Gesundheit der Menschen und schlussendlich auch um 1.200 Mitarbeiter.“

Offen sind mehr als zehn Millionen Euro, die Causa soll nun auf dem Rechtsweg geklärt werden. Denn die Barmherzigen Brüder bleiben bei ihrer Klage, wie auf BVZ-Anfrage bestätigt wird. Bis zur ersten Runde vor Gericht kann es aber dauern.