SPÖ-Stadtparteiobfrau: „Es wäre mal Zeit für eine Eisenstädterin“

Die neue Stadtparteiobfrau der SPÖ Eisenstadt, Charlotte Toth-Kanyak, im Interview.

Erstellt am 18. Dezember 2021 | 06:18
Lesezeit: 2 Min
Charlotte Toth-Kanyak
Steckbrief. Am 16. September übernahm Charlotte Toth-Kanyak (*1972) die SPÖ-Stadtpartei. Die gebürtige Eisenstädterin ist Direktorin der Volksschule Eisenstadt (seit 2015) und St. Georgen (seit 2020). 
Foto: Kaiser

BVZ: Stimmt es, dass Sie eigentlich aus einem „schwarzen Elternhaus“ kommen?

Charlotte Toth-Kanyak: Ja. Meine Mutter war aktiv in der Frauenbewegung, mein Vater im Pfarrgemeinderat. Ich bin christlich-sozial aufgewachsen, habe mich für Kommunalpolitik aber nicht besonders interessiert – bis zu dem Zeitpunkt an dem ich mir gedacht hab: Das mit dem Wohnbau und dem Verkehr – das kann ich besser!

Als Frau ist man Doppelbelastungen gewöhnt. Charlotte toth-kanyak SPÖ-Stadtparteiobfrau

Sie sind ja auch Direktorin der Volksschule Eisenstadt und St. Georgen. Wie geht es Ihnen mit der Doppelbelastung?

Toth-Kanyak: Das ist für mich überhaupt kein Problem. Als Frau ist man Doppelbelastungen gewöhnt. Ich arbeite gerne, besonders für unsere Kinder und in Zukunft auch für alle Einwohner unserer Stadt.

Was sind Ihre Ziele für die Gemeinderatswahl? Hoffen Sie gegen Thomas Steiner in die Stichwahl zu kommen?

Toth-Kanyak: Das Duell hätte schon was. Es wäre ja generell einmal Zeit für eine Eisenstädterin. Steiners innerer Machtzirkel ist fast ausschließlich männlich und zugezogen.

Wer wird Teil Ihres Teams für die Wahl? Sind auch Mitglieder des Büro Doskozils dabei?

Toth-Kanyak: Ich freue mich sehr über eine umfangreiche Unterstützung des Landeshauptmannes Hans Peter Doskozil und seiner Mitarbeiter. Die Entscheidung wird beim Stadtparteitag im März getroffen.

Was sagen Sie zum Zustand der Volksschulen in Eisenstadt?

Toth-Kanyak: Es besteht akuter Platzmangel in den Volksschulen, wir platzen aus allen Nähten, daher ist ein kompletter Neubau mit entsprechender Infrastruktur und Erweiterungsmöglichkeiten unumgänglich. Die Umsetzung hat – im Sinne unserer Kinder – so schnell wie möglich zu erfolgen.

Apropos Bauen: Wie stehen Sie zum verdichteten Wohnbau?

Toth-Kanyak: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Es muss ein Stadtplanungsbeirat, der aus unabhängigen Expertinnen und Experten besteht, installiert werden. Dieser Beirat hat objektiv jedes Bauprojekt zu prüfen und ohne dessen positive Beurteilung darf der Bürgermeister keine Baubewilligung erteilen. Damit wird zukünftig gewährleistet, dass nur Projekte - nicht so wie bisher - die ins Stadtbild oder in die dörfliche Struktur von St. Georgen, Kleinhöflein oder dem Oberberg passen, realisiert werden.

Was sind Ihre Ideen zum Thema Nummer eins: Verkehr?

Toth-Kanyak: Auf alle Fälle ist eine Verkehrsberuhigung herbeizuführen, zum Beispiel durch Park & Ride Anlagen bei den Stadteinfahrten, wo man das Auto stehen lassen und dann den Stadtbus oder auch das Rad nehmen kann. Man wird sich auch über den Bau von weiteren Umfahrungsstraßen Gedanken machen müssen. Derzeit herrschen ja in puncto Verkehr vielfach unzumutbare Zustände.