Streit um Spritzmittel-Einsatz neben Kindergarten

Wie gefährlich ist eine Landwirtschaft neben dem Kindergarten Krautgartenweg? Die BVZ hat nachgefragt.

Erstellt am 29. Mai 2019 | 04:04
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Nummer Sieben. Der mittlerweile siebente Kindergarten der Stadt soll im September fertig werden.
Foto: Sorger

Die letztwöchige Gemeinderatssitzung war von Einigkeit geprägt, erst am Schluss wurde es lauter. Anika Karall (SPÖ) wollte von Bürgermeister Thomas Steiner wissen, wie der Kindergarten am Krautgartenweg nach seiner Fertigstellung vor der benachbarten Landwirtschaft geschützt werde. Steiner bot einen Schutzzaun an, Karall war dies zu wenig. Sie sorgte sich um den Einsatz etwaiger Spritzmittel. Mit dem Verweis auf die hohen Sicherheitsstandards in der Landwirtschaft beendete Steiner die Sitzung. Was der SPÖ-Fraktion freilich nicht reichte. Vizebürgermeisterin Lisa Vogl (SPÖ): „Steiner sollte dieses Thema ernst nehmen.“

Die BVZ fragte daher in der Landwirtschaftskammer nach, wie gefährlich die eingesetzten Pflanzenschutzmittel sein können. Kammer-Direktor Otto Prieler versteht die Sorgen, grundsätzlich seien die Mittel natürlich giftig. Wie giftig diese sind, bestimmt der Toxizität-Wert LD50. Das gängigste im burgenländischen Weinbau eingesetzte Pflanzenschutzmittel heißt Zorvec. Sein LD50-Wert ist 5.000. Ab so vielen eingenommnen Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht ist es giftig. Gespritzt wird natürlich eine wesentlich kleinere Menge. „Die Kinder“, beruhigt Prieler die Eltern der zukünftigen Kindergartenkinder, „müssten also alle Blätter von mehreren Hektar Weingärten essen, um eine Vergiftung zu bekommen.“