Traurig-schöne Ostern in Zeiten der Coronakrise. Eine Eisenstädterin fand einen kreativen Weg um trotz Corona-Maßnahmen ihrer Ur-Enkelin ein Osternest zu schenken.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 12. April 2020 (05:27)
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Christine Anderl-Hois erlebt heuer bereits ihr 73. Oster-Fest. Dieses Mal ist es aber etwas Besonderes: Es ist ein besonders schönes und besonders trauriges Osterfest.

Wie der Osterhase doch zum Ur-Enkerl kommt

Es war noch gar nicht so lange her, als die Eisenstädter Seniorin ihre Tochter verlor. Sie erlag einer schweren Krankheit. Ihr letzter Wunsch war, im „FriedWald“ beerdigt zu werden. Dabei handelt es sich um einen „Friedhof im Wald“: Im Schöcklland bei Graz werden Verstorbene in einerbiologisch abbaubaren Urne neben ihrem eigenen Baum begraben.

Diesem Baum sollte bald eine wichtige Bedeutung zukommen. Denn Frau Anderl-Hois wollte zu Ostern unbedingt die Enkelin der verstorbenen Tochter, ihre Urenkelin Luna, besuchen und ihr ein Osterkörbchen schenken. Das ist in Zeiten der sozialen Isolation gar nicht so einfach. „Es war mir ein Herzens-Wunsch“, betonte sie im BVZ-Telefonat. „Ich habe bei der Polizei in Eisenstadt angerufen, ob ich überhaupt in die Steiermark fahren darf. Die Beamtin dort war sehr, sehr nett zu mir – und das, obwohl die Beamten derzeit so viel Arbeit haben“, bedankt sich die Pensionistin bei der Polizei. Der Bescheid der Polizei kam positiv zurück, damit war das Problem aber nur zur Hälfte gelöst: Wie sollte sie ihrem Enkerl das Körberl übergeben, gehört sie doch zur Hochrisiko-Gruppe?

Vier-Generationen-Treff unter dem Grab-Baum

Frau Anderl-Hois versteckte das selbst gemachte Osterkörbchen unter einem Baum, nahe dem Grab ihrer Tochter. Dort fand es ihr Ur-Enkerl Luna zu seiner großen Freude und der Freude der stolzen Oma.

„Ich hoffe, ich konnte mit dieser etwas anderen Ostergeschichte ein bisschen Freude spenden“, wünscht Anderl-Hois allen Lesern frohe Ostern.