Was will ich eigentlich? Sailer schrieb Lebensberater. Thomas Sailer aus dem Bezirk Eisenstadt will Mut machen, seinen Träumen zu folgen.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 12. Juni 2021 (04:59)
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Thomas Sailer hat sich einen seiner Lebensträume erfüllt. Wie man diese Träume herausfindet und erfüllt, steht in seinem neuen Buch.   
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Wenn Thomas Sailer etwas anfängt, dann zieht er es auch durch. Und zwar so richtig. Das begann bei bei Harry Potter. „Eigentlich lehne ich Massenphänomene ja ab, aber irgendwann hab ich dann doch hingeschaut“, beschreibt der 33-Jährige einen Fernseh-Abend, den man eigentlich als ganz normal bezeichnen könnte. Geendet hat es aber darin, dass der Eisenstädter der Botschafter eines der größten Harry Potter Fan-Foren weltweit wurde. Sogar mit Emma Watsons Vater hat er einmal geschrieben. Dann wäre da noch die „Gefängnisinsel“, sein Buchprojekt, das er unbedingt verfilmen wollte. Also startete er eine Finanzierungskampagne und verkaufte sogar ein Auto um das Geld aufstellen zu können. Rausgekommen ist ein sehenswerter Kurzfilm.

Jetzt folgte der nächste Schritt auf Sailers konsequentem Weg. „Ich habe in meinen Romanen immer versucht, etwas von meiner Lebensphilosophie zu vermitteln. Das stört in einem Roman aber den Lesefluss. Also habe ich jetzt einen Lebensratgeber extra für diese Philosophie geschrieben“, erklärt Sailer. Seine Philosophie, das ist das Freizeitpioniertum.

Wie wird man ein Freizeitpionier?

Wenn man Menschen fragt, was sie eigentlich wollen vom Leben, kämen oft „Pseudo-Wünsche“ zurück, hat Sailer bemerkt. Etwa, viel Geld zu haben. „Aber die Frage ist, was ich mit dem Geld kaufen möchte. Das wissen dann oft viele nicht. Oder sie brauchen dazu eigentlich gar kein Geld.“ Sich auf das zu konzentrieren, was einem wirklich wichtig ist, sei der erste Schritt, um ein Freizeitpionier zu werden. Der zweite Schritt ist, das auch zu tun. Sailer zog auch das durch, kündigte einen stabilen Job um Autor zu werden.

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Thomas Sailer
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Braucht es für diesen Schritt nicht eine große Portion Mut? „Ich habe vor möglichen Folgen weniger Angst, als davor, etwas in meinem Leben zu verpassen“, sagt Sailer nur knapp.
Er sitzt jetzt in seinen jungen Jahren schon inmitten seiner Lebensträume: Er hat einen alten Streckhof in Antau, wo er mehrere Autos aus den Achtzigern und Neunzigern geparkt hat. Beides hat er mit Hilfe seines Großvaters herzurichten gelernt. „Niemand kann mir erzählen, dass die alten Häuser nicht schöner sind die identitätslosen Neubauten“, so Sailer. Insgesamt wirkt er ein bisschen aus der Zeit gefallen. Vielleicht, weil er zufrieden wirkt. Und das sieht man heutzutage selten.