Wieder Streit um Bau am Oberberg

Erstellt am 07. April 2022 | 05:52
Lesezeit: 3 Min
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Heißes Eisen. Anrainer der Kirchengasse verhinderten den Abriss des Hauses (re.). Dieses soll einem Wohnprojekt weichen.
Foto: zVg
Erneut sorgt ein Wohnprojekt im Eisenstädter Einfamilienhaus-Gebiet für Streit.
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Die Kirchengasse kommt nicht zur Ruhe. Im Sommer 2020 sorgte ein Abriss neben der Bergkirche für Diskussionen, nun ist es am anderen Ende so weit. Dort plant „K&S Immo GmbH“ den Abriss eines Hauses mit leerstehender Tischlerei, hier sollen sechs Wohneinheiten und im Garten an der südseitigen Grundstücksgrenze ein Doppelhaus entstehen.

Der Oberbergler Wolfgang Pelikan hatte bereits im Vorjahr Unterschriften gegen das Bauprojekt gesammelt. Er kritisiert das Vorgehen der Baufirma: „Ein Bagger hat bereits mit dem Abriss der Außenmauer begonnen – ohne gültigen Bescheid. Zum Glück sind beherzte Oberbergler eingeschritten, der Bagger musste abziehen.“ Weinbauer Franz X. Lehner hätte sich erwartet, bei der Abrissverhandlung einbezogen zu werden. „Als mittelbarer Nachbar innerhalb von 15 Metern ist das mein Recht“, verweist er auf ein Gutachten seines Anwaltes Markus Reinfeld.

Martin Klikovits („K&S Immo GmbH“) betont bereits im Vorfeld auf die Anrainer zugegangen zu sein, trotz Sorgen bezüglich Baulärm habe es ein „grundsätzliches Verständnis für das Projekt“ gegeben. Außerdem sollen durch eine geplante Tiefgarage auf der Straße keine Parkplätze verloren gehen, das Dach soll begrünt werden und der zubetonierte Innenhof entsiegelt. „Diese Art der sanften Nachverdichtung im innerstädtischen Raum ist die nachhaltigste Lösung für die Zukunft“, so Klikovits.

Nun sind Politik und Gerichte am Zug

Auf dessen Eigentümerrechte verweist Magistratsdirektorin Gerda Török: „Die Baubehörde darf eine Baugenehmigung nicht ablehnen, wenn das Baugesetzes eingehalten wird.“ Ein gültiger Abriss-Bescheid liege vor, aber noch ohne straßenpolizeiliche Genehmigung, weswegen der Abbruch eingestellt wurde. Lehner sei für Török keine Partei und habe keine Möglichkeit, den Rechtsweg zu beschreiten. Das sieht sein Anwalt – so wie die Gültigkeit des Abrissbescheides – anders.

Hier hat das letzte Wort wohl das Gericht, politisch fordert Pelikan eine eigene Bebauungsrichtlinie für den Oberberg im STEP (der Stadtentwicklungsplan definiert das Wachstum der Stadt bis 2030). Eine solche sei der Oberbergler-Initiative versprochen worden. Im Rathaus verweist man auf die beim STEP-Abschlussevent im März präsentierten Sonderbebauungszonen. Dazu zählt auch der Oberberg, hier will man straßenseitig die Architektur schützen.

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