Zubau für Hallenbad?. Die Landeshauptstadt will das Hallenbad nun doch nicht nur sanieren, sondern auch um ein Wettkampfbecken erweitern. Kosten sollen sich auf 7,5 Millionen belaufen.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 05. August 2021 (05:27)

Es scheint bizarr: Das Burgenland holte durch die Parndorferin Lena Grabowski (SUNS) bei Olympia die Plätze zwölf und 29 über 200 und 100 Meter Rücken — obwohl es im ganzen Land kein einziges wettkampftaugliches Becken gibt.

Die nordburgenländischen Vereine sind im Winter überhaupt obdachlos, da das Eisenstädter Hallenbad aktuell saniert wird und das Neusiedler Bad wegen Einsturzgefahr schließen musste.

Wohl nicht zufällig prescht die Landeshauptstadt nun ausgerechet während Olympia mit den Plänen für das erste 50-Meter-Becken im Burgenland vor. Von nicht weniger als einem „sportpolitischen Meilenstein“ ist in Eisenstadt die Rede.

Finanzierung als möglicher Knackpunkt

„Eisenstadt hat sich in den letzten Jahren als die Sportbastion des Burgenlandes positioniert: die Leichtathletik-Arena, die Sanierung des Hallenbades, die Überdachung des Eislaufplatzes, die Modernisierung der Fußballanlage in St. Georgen oder der Neubau des Skaterplatzes sind nur die größten der vielen Investitionen in die Sportinfrastruktur“, rühmt sich Bürgermeister Thomas Steiner.

Im Zuge der aktuell laufenden Sanierung des Hallenbades wurde nun eine Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Hallenbades erstellt. Demnach sei eine Erweiterung des Hallenbades um vier 50 Meter-Bahnen und vier 25 Meter-Bahnen möglich. Als Fläche dafür ist die Liegewiese beim Allsportzentrum angedacht. Diese wird in der Regel kaum genützt: Im Winter ist es zu kalt, im Sommer hat das Hallenbad gegen Seen und Freibäder das Nachsehen.

Eine grobe Schätzung geht von Kosten in Höhe von 7,5 Millionen Euro aus. Die Finanzierung dieses Zubaus könnte die Stadt freilich nicht alleine stemmen. Voraussetzung für die Erweiterung wäre eine „Drittel-Lösung“, bei der Stadt, Land und Bund je ein Drittel der Kosten übernehmen.

Sanierung um 1,5 Millionen Euro läuft

Das Projekt sei für alle Beteiligten von enormem Vorteil, betont man in Eisenstadt. Auf der bisherigen Fläche schwammen sich Hobby- und Vereinsschwimmer häufig in die Quere. Mit der Erweiterung könnten die Leistungsschwimmer die Wettkampfbahnen nutzen und so optimal trainieren. Dadurch würde auch die Auslastung der bestehenden Becken sinken, die Badegäste hätten so mehr Platz und Ruhe. „Wir werden mit diesem Vorschlag in den nächsten Tagen an Bund und Land herantreten und ausloten, inwieweit die Bereitschaft besteht, dieses Projekt gemeinsam mit uns umzusetzen“, so Bürgermeister Thomas Steiner.

Aktuell ist das Hallenbad wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Die Arbeiten sollen bis Herbst abgeschlossen werden, die Kosten betragen 1,5 Millionen Euro. „Wir wollen, dass unser Hallenbad auch in Zukunft ein Zuhause für die sporttreibenden Eisenstädter, für die Schulen und für die Vereine bleibt. In Zeiten, in denen mancherorts eher über die Schließung von Bädern und sonstigen Freizeiteinrichtungen gesprochen wird, investieren wir weiter“, verspricht Steiner. Wichtig sei der Ausbau auch, da die Zahlen der Kinder, die nicht richtig schwimmen können, kontinuierlich steigen.

Das Hallenbad soll weiterhin ein Sportbad bleiben und für Schulsport, Vereinstätigkeiten und für allgemeines Publikumsschwimmen genutzt werden. 2007 nutzten rund 55.000 Personen das Hallenbad, 2019 waren es über 72.000 — bis zu 20.000 davon sind Schüler.