Zwischenbilanz: Familienkonflikt mit Alarmfahndung. Eine mögliche Entführung in Eisenstadt hatte seit Dienstag für Aufsehen weit über die Grenzen von Burgenlands Landeshauptstadt hinaus gesorgt. Es stellte sich aber - nach intensiver Alarmfahndung - als Familienstreit heraus.

Erstellt am 23. Januar 2019 (16:15)
Archiv/BVZ

Was war passiert?

Unbekannte hatten die 88-jährige Mutter des Generaldirektors der Esterhazy Betriebe, Stefan Ottrubay, zu einem Auto und dann weggebracht: Als die Frau mit ihrer Pflegerin gegen 15.30 Uhr in der Esterhazystraße unterwegs war, hielten plötzlich zwei schwarze Limousinen in der Nähe der beiden. Eine "große, blonde Frau" stieg aus dem Fahrzeug und schubste die Pflegerin weg und fuhren mit der Frau Ottrubay in hohem Tempo Richtung Bergkirche davon.

Ein Großeinsatz der Polizei folgte, mehr als 100 Beamte beteiligt. Auch auf internationaler Ebene liefen Fahndungsmaßnahmen an, Polizeibehörden in den Nachbarländern wurden kontaktiert.

Die BVZ hat die Geschehnisse des Abends aufgelistet: Klick hier zum Artikel.

Entwarnung: Mutter bei Tochter aufgetaucht

Die Tochter der Frau hatte sich am Dienstag spätabends an eine Polizeidienststelle in Tirol gewandt und gesagt: "Ich bin mit meiner Mutter hier. Meine Mutter ist mit mir freiwillig mitgekommen", wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft (StA) Eisenstadt, Roland Koch, auf APA-Anfrage berichtete. "Und die Mutter hat das bestätigt in einer Voraberklärung der Polizei gegenüber." Offenbar habe die Tochter aus Medienberichten über Fahndungsmaßnahmen erfahren. "Möglicherweise war es auch der Fahndungsdruck", meinte Koch.

"Es ist nach wie vor möglich ist, dass die Tatbestände erfüllt sind. Es ist auch möglich, dass es sich um innerfamiliäre Zwistigkeiten, Unstimmigkeiten handelte und nicht um strafrechtlich relevante Tatbestände. Das zu klären, obliegt dem Ermittlungsverfahren." Sprecher der Staatsanwaltschaft (StA) Eisenstadt, Roland Koch, auf APA-Anfrage

 Esterhazys distanzieren sich von Geschehnissen

 Die BVZ sprach mit der PR-Agentur von Stefan Ottrubay, deren Leiter und früherer SPÖ-Geschäftsführer Joe Kalina bat die "die Privatsphäre zu respektieren" und erinnerte, dass nach wie vor der Vorwurf der Entführung und Körperverletzung im Raum stehe. (Die BVZ hat auch darüber berichtet: link.)

Unterdessen geht, Anton-Paul Esterhazy, Sprecher der Familie Esterházy, auf Distanz:

"Wir bitten ... die Familien Ottrubay und Esterházy zu unterscheiden. Wir pflegen gänzlich andere Umgangsformen – besonders mit betagten Damen, die wir gerne in den großen Familienverband integrieren – was uns übrigens hinsichtlich Melinda Esterházy schon damals durch sehr unübliche Maßnahmen verunmöglicht wurde." Anton-Paul Esterhazy, Sprecher der Familie Esterházy