Serafin gibt 2019 Comeback in Mörbisch. Die Seefestspiele präsentieren ihre neue Produktion „Das Land des Lächelns“. Auch der frühere Intendant Harald Serafin wird auf der Bühne stehen.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 11. Dezember 2018 (10:31)
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Serafin steht erstmals seit 2012 wieder auf der Seebühne
APA (Archiv)

Im Rahmen einer Pressekonferenz gibt der künstlerische Direktor der Seefestspiele Mörbisch, Peter Edelmann, Ausblick auf die kommende Saison: 2019 gibt es auf der Seebühne mit Franz Lehárs „Das Land des Lächelns“ von 11. Juli bis 24. August wieder einen Operetten-Klassiker zu sehen.

Ein besonderer Gast ist bei der Präsentation ebenfalls mit dabei: Der frühere Intendant Harald Serafin kehrt kommenden Sommer als Darsteller nach Mörbisch zurück: Und zwar als "Obereunuch" des Kaisers!

"Da hab ich ein Leben lang im Frack verbracht, und jetzt soll ich ein Beschnittener sein!" Nachdem ihm seine Frau gut zugeredet, sein Freund Otto Schenk die Rolle als "beste überhaupt" bewertet hat und nicht zuletzt aus "großer Sympathie" für Intendant Peter Edelmann, konnte er sich aber durchringen. "Und nun will ich beispielgebend sein für alle Eunuchen", erklärte er selbstbewusst. Wieso er in seinem Alter noch aktiv auf der Bühne stehe? "Weil das das Leben eines Künstlers ist. Soll ich Tomaten pflanzen?"

Sein Debüt in Mörbisch feierte Serafin im Jahr 1985 im "Weißen Rössl", ab 1992 war er 20 Jahre lang Intendant. "Man kann ja Mörbisch gar nicht von dir trennen", versicherte Edelmann.

Inszenierung verspricht "einige Überraschungen"

Neben Serafin wird das Stück von Franz Lehar, das mit "Dein ist mein ganzes Herz" über eine der bekanntesten Klassik-Nummern überhaupt verfügt, auch mit Elissa Huber als Lisa aufwarten sowie mit "zwei hervorragenden koreanischen Tenören". Das "Land des Lächelns" sei für ihn eigentlich keine Operette, erklärte Edelmann, "sondern eine Oper. Lehar war mit Puccini befreundet - und ich denke, er wollte mit 'Land des Lächelns' eine zweite 'Turandot' schreiben".

Thomas Rösner wird dirigieren, die Inszenierung des Südafrikaners Leonard C. Prinsloo verspreche "einige Überraschungen", zumal er nicht nur als Regisseur, sondern auch als Choreograf zum Einsatz kommt und "wirklich ein Spezialist für das Bewegte ist". Das Bühnenbild von Walter Vogelweider werde wieder für "zahlreiche gezückte Handys" sorgen - insbesondere bei der Umbauszene vom Wiener Prater nach China.

Premiere ist am 11. Juli, gespielt wird bis 24. August. Edelmann, der im Vorjahr seinen Einstand als Intendant mit "Gräfin Mariza" gefeiert hat, sieht die Latte aus 2017 "hoch gelegt". Im Vorjahr habe "alles irgendwie gestimmt", künstlerisch wie finanziell. Selbst die Kinderproduktion in der letzten Schulwoche sei letztlich mit schwarzen Zahlen abgeschlossen worden, ein Gastspiel in Südkorea mit der "Lustigen Witwe" habe die Kassen ebenfalls ein Stück weit gefüllt. Lob regnete es für den Intendanten auch von Serafin, der in Edelmann seinen wahren Nachfolger sieht und ihm den Rat gab, bald auch wieder selbst auf der Bühne zu stehen. Antwort: "Wenn mal eine Rolle kommt, die passt - vielleicht."