Biker fuhr weiter: Prozess in Eisenstadt vertagt

Ein 34-jähriger Burgenländer ist am Dienstag in Eisenstadt vor Gericht gestanden, weil er Anfang Dezember in einem Wald in Salmannsdorf (Bezirk Oberpullendorf) mit seinem Motorrad einen 61-jährigen Mann angefahren und danach Fahrerflucht begangen haben soll. Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig und erzählte eine von den Schilderungen des Opfers abweichende Version des Unfalls. Der Prozess wurde vertagt.

APA / BVZ.at Erstellt am 20. April 2021 | 14:13
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Das Justizzentrum Eisenstadt.
Foto: Werner Müllner

Die Staatsanwaltschaft warf dem 34-Jährigen fahrlässige Körperverletzung und Imstichlassen eines Verletzten vor. Er soll mit einem Bekannten, der nicht vor Gericht erschien, im Wald des 61-Jährigen mit einer nicht zugelassenen Motocross-Maschine unterwegs gewesen sein und den Waldbesitzer beim Vorbeifahren erfasst haben, weil das Motorrad auf dem nassen Untergrund wegrutschte. Der Mann erlitt dabei einen offenen Unterschenkelbruch. Trotzdem sei der 34-Jährige einfach weitergefahren, erläuterte die Staatsanwältin.

Der Angeklagte schilderte den Unfall anders. Der Waldbesitzer habe ihn und seinen 60-jährigen Bekannten beim Vorbeifahren filmen und sie zur Rede stellen wollen. Er sei Schritttempo gefahren und nach links ausgewichen, als der Mann näher gekommen sei. Der 61-Jährige habe ihn dann aber an der Schulter gestoßen und kurz darauf gegen das Motorrad getreten. Er habe das Motorrad noch im Umfallen aufgefangen, wieder aufgerichtet und sei weitergefahren, um der Situation zu entkommen. Dass der Mann verletzt sei, habe er gar nicht mitbekommen, erzählte der Motocrossfahrer.

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Erst als sie in den Medien gelesen hätten, dass es einen Unfall mit einem Schwerverletzten und Fahrerflucht gegeben habe, hätten sie davon erfahren und sich bei der Polizei gemeldet. "Die Uhrzeit, der Ort und zwei Motorradfahrer - das hat gepasst", sagte der 34-Jährige. Er sei die Situation dann oft durchgegangen, könne sich aber nur vorstellen, dass sich der Mann beim Tritt verletzt habe.

Der 61-Jährige betonte hingegen, dass schon der erste Biker, der 60-Jährige, sehr knapp an ihm vorbeigefahren sei. Der zweite sei dann kurz vor ihm gestürzt und "waagrecht liegend auf mich zugekommen. Für mich war es ein Fahrfehler", sagte der Waldbesitzer. Dann sei er am Boden gelegen und habe noch gesehen, wie der Biker das Motorrad wieder aufgerichtet habe und weitergefahren sei. Er habe ihn weder gestoßen noch nach dem Motorrad getreten.

Der zweite Motorradfahrer, der vor dem 34-Jährigen gefahren war, erschien nicht vor Gericht. Er habe gesundheitliche Probleme, sagte der Angeklagte. Der Prozess wurde deshalb auf unbestimmte Zeit vertagt. Richterin Karin Lückl will außerdem ein medizinisches Gutachten ins Auge fassen, um zu klären, ob die Verletzungen des 61-Jährigen auch bei dem vom Angeklagten vorgebrachten Szenario entstanden sein können.