15 Hektar Wald in Flammen - Großübung in Eisenstadt

Erstellt am 10. Juni 2022 | 18:57
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Feuerwehr Blaulicht Symbolbild
Symbolbild
Foto: Weingartner-Foto
Wald- und Flurbrände haben in den vergangenen Monaten die Feuerwehren gefordert, am Freitagabend übten die Einsatzkräfte in Eisenstadt genau dieses Szenario.
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Angenommen wurde ein Brand auf rund 15 Hektar Wald in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet. Neben den drei Feuerwehren in der Landeshauptstadt beteiligten sich auch das Rote Kreuz, Polizei und als oberste Behörde die Stadt, ca. 100 Personen insgesamt. Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) zog im Anschluss eine positive Bilanz.

Kurz nach 17 Uhr ging es los, zwischen den Bäumen stieg bereits dichter Rauch - aus der Nebelmaschine - auf. Als erstes beim Brandgeschehen am "Hetscherlberg" war die örtliche Feuerwehr aus St. Georgen, der fiktive Waldbrand breitete sich aber rasch aus, sodass die Freiwillige Stadtfeuerwehr und jene aus dem Stadtteil Kleinhöflein nachalarmiert wurden. Kaum waren die Schläuche auf dem Hügel ausgerollt, hieß es auch schon "Wasser marsch!".

Das Übungsszenario sah aber auch drei vermisste Kinder vor, weshalb wenig später auch das Rote Kreuz mit Suchhunden eintraf. "Die Hunde suchen den Geruch 'Mensch', das riechen sie auf 300 Meter. Wir fangen mit einer Wegsuche an", erläuterte Peter Kurtz, Einsatzleiter beim Roten Kreuz für die Suchhunde, gegenüber der APA. Schon nach ein paar Minuten entdeckten die Suchhunde das erste Kind im Wald - und etwas später auch die beiden anderen. Für die Suche nach Vermissten könnte man auch eine Drohne mit Wärmebildkamera einsetzen, dafür wäre es aber aktuell zu warm gewesen, meinte Kurtz.

Eingesetzt wurden Drohnen bei der Übung aber doch für den Blick von oben. Trainiert wurde auch die Feuerbekämpfung mittels Löschrucksäcken. Zwei solche wurden für die Wehren in Eisenstadt und St. Georgen für derartige Szenarien angeschafft, denn sie eignen sich besonders für die Bekämpfung von Glutnestern. Die Rucksäcke fassen 20 bis 25 Liter Wasser, dies klinge zunächst nach wenig Volumen: "Sie sind aber sehr effektiv und bewähren sich besonders bei Flurbränden", erklärte Philipp Dorner, Sprecher des Feuerwehrbezirks Eisenstadt Stadt.

Im Vorjahr gab es im Gebiet der Landeshauptstadt mehr als zehn Vegetationsbrände. Im Juli 2021 standen an drei aufeinanderfolgenden Tagen Flächen in Flammen. Diese Erfahrung und der Großbrand auf der Rax hätten gezeigt, dass eine koordinierte Vorgangsweise wichtig sei. "Eisenstadt liegt direkt am Leithagebirge. Viele Wohnsiedlungen grenzen direkt an den Wald. Das bedeutet, dass so ein Waldbrand nicht nur lebensgefährlich für die Feuerwehrmänner und -Frauen, sondern auch für Anrainer sein kann", meinte Bürgermeister Steiner. "Die Koordination der Einsatzorganisationen hat sehr gut funktioniert. Auch die Schläuche waren schnell und effizient verlegt. Es ist wichtig, die drei Wehren gemeinsam üben zu lassen", resümierte er.

Neben Vegetationsbränden beschäftigt die Einsatzorganisationen aktuell auch die Vorbereitung auf ein etwaiges Black-Out. Hierzu habe die Landeshauptstadt etwa zwei Notstromaggregate angeschafft, eines für die Feuerwehr und eines für die Stadt.

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