St. Margarethen im Burgenland

Erstellt am 13. März 2019, 05:01

von APA Red

OePR bezweifelt Firmenwert von Cleen Energy. Die Österreichischen Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR) bezweifelt den Firmenwert der in Wien börsennotierten Cleen Energy aus St. Margarethen (Bezirk Eisenstadt).

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Der Firmenwert sei bei den geprüften Abschlüssen wesentlich zu hoch dargestellt worden, meint die OePR laut Aussendung von Cleen Energy. Das burgenländische Unternehmen weist die Kritik zurück und hat eine zweite Meinung beantragt. Nun prüft die Finanzmarktaufsicht (FMA).

Sollte die Kritik stimmen, dann hätte Cleen Energy wesentlich weniger Eigenkapital als bisher angenommen. Dabei kämpft das 2016 gegründete, auf nachhaltige Energieeffizienzmaßnahmen spezialisierte Unternehmen sowieso schon mit Kapitalmangel: Nach Verlusten 2016 (400.00 Euro) und 2017 (1,4 Mio. Euro) betrug der Bilanzverlust in Summe 1,8 Mio. Euro und damit mehr als die Hälfte des damaligen Grundkapitals von 3,57 Mio. Euro.

2018 gab es eine Finanzspritze des Bundes über 1,2 Mio. Euro und eine Kapitalerhöhung der Eigentümer. Aber auch das erste Halbjahr 2018 brachte einen weiteren Verlust von 576.000 Euro - bei einem Umsatz von 1,29 Mio. Euro. Laut Wirtschaftscompass hat Cleen Energy derzeit 3,72 Mio. Euro Kapital und damit nur haarscharf mehr als das doppelte des Bilanzverlustes - vor der Bilanzlegung für 2018.

Knapp vor Jahresende 2018 hat Cleen Energy bekanntgegeben, dass sich ein für 2018 vorgesehener Großauftrag auf das Jahr 2019 verschiebe, also erst in der Bilanz 2019 wirksam werde. Dennoch ging das Unternehmen am 27. Dezember davon aus, dass der Umsatz des Jahres 2018 auf rund 3 Mio. Euro steigen werde. Der Jahresabschluss 2018 ist für den 26. April 2019 angekündigt.

Die OePR glaubt nach ihrer Prüfung nicht, dass bei der Umwandlung der Cleen Energy von einer GmbH in eine Aktiengesellschaft im Jahr 2016 "eine umsichtige Bewertung und Planung bei der Ermittlung des Firmenwertes" zustande kam, teilte Cleen Energy mit. Außerdem stellte sie fest, dass im Jahresabschluss 2017 die Berichterstattung über Geschäfte der Gesellschaft mit nahestehenden Unternehmen und Personen unterblieben sei.

Hauptaktionäre des auf nachhaltige Energieeffizienzmaßnahmen spezialisierten Unternehmens sind laut Wirtschaftscompass Erwin Stricker mit knapp 52 Prozent und Lukas Scherzenlehner mit gut 25 Prozent der Anteile, der auch Alleinvorstand ist. Knapp 16 Prozent sind im Streubesitz, gut 7 Prozent hält Alfred Luger.