Sozialmarkt: Sorge um Tafel in Eisenstadt

Viele Leser sorgten sich: Wie verträgt sich der angekündigte Ausbau von Sozialmärkten mit der Pannonischen Tafel?

Erstellt am 05. März 2020 | 06:11
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Ehrenamt. Pannonische Tafel-Gründerin Andrea Roschek und die Oberpullendorfer Tafel-Aktivistin Herta Masarié.
Foto: zVg Pannonische Tafel

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BVZ

Im Regierungsprogramm ist die Gründung von Sozialmärkten in jedem Bezirk angekündigt. Einkommensschwache Burgenländer sollen dort vergünstigt Lebensmittel kaufen können. Gute Sache, denken sich viele Leser, sorgen sich aber, dass daneben die Pannonische Tafel auf der Strecke bleiben könnte. Die BVZ hat nachgefragt.

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Vor ziemlich genau 12 Jahren gründete Andrea Roschek die Pannonische Tafel, mittlerweile werden jährlich 511.000 Kilo Lebensmittel, die Supermärkte in Eisenstadt und Oberpullendorf ansonsten weggeworfen hätten, an sozial schwache Menschen in beiden Bezirken verteilt.

„Ich begrüße die Idee der Sozialmärkte ja generell“, stellt Roschek klar, betont aber das Problem: „Ein Bezirk ist so klein, dass es einfach nicht genug Lebensmittel-Reste aus den Supermärkten gibt, dass beide – Tafel und Sozialmarkt – genug zum Verteilen hätten.“

Unterstützen statt Rad neu erfinden

Den schlimmsten Fall, dass sich Tafel und Sozialmärkte gegenseitig die Lebensmittel wegnehmen könnten, schließt das Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil aus: „Wir starten 2021 mit der Umsetzung, bis dahin sollen die Projekt-Grundlagen unter Einbeziehung aller relevanten Personen erarbeitet werden. Die Umsetzung soll bis 2025 erfolgen. Bei der Verwirklichung werden selbstverständlich auch bereits bestehende Projekte und Institutionen einbezogen.“ Das Land stehe hinter der Tafel, heißt es auf BVZ-Nachfrage weiter, das zeige die Fördermenge seit drei Jahren. Die Förderung für 2020 „befindet sich in Vorbereitung“.

Wie könnte für Roschek nun eine Kooperation mit dem Sozialmarkt-Projekt des Landes aussehen? „Wie es auch mit den Sommermärkten und Rotkreuz-Tafeln in Neusiedl und Oberwart passiert: Wir brauchen Unterstützung für teure Strukturen (Kühlhäuser!) – und nicht das Rad zweimal erfinden.